Der Streit um Geld zwischen dem Insolvenzverwalter des Cabriobauers Karmann und den früheren Karmann-Eigentümern beschäftigt die Justiz. Insolvenzverwalter Ottmar Hermann verlange 166 Millionen Euro Steuern von der nicht insolventen Karmann-Besitzgesellschaft zurück, teilte das Landgericht Osnabrück am Montag mit. Dort beschäftigt sich die 1. Zivilkammer von diesem Mittwoch an mit der Forderung. Sollte sich Hermann durchsetzen, würde das einen warmen Geldregen für die Gläubiger bedeuten.
Hintergrund des Streits ist die Unternehmenskonstruktion von Karmann. Nach Mitteilung des Gerichts wurde das Familienunternehmen 1949 in eine Besitz- und eine Betriebsgesellschaft aufgespalten. Die Betriebsgesellschaft produzierte beispielsweise Autos wie den Karmann Ghia, das Käfer- oder das Golf-Cabrio. Betriebsgelände, Werkshallen oder der Maschinenpark gehörten jedoch der Besitzgesellschaft, hinter der die Karmann-Eigentümerfamilien stehen. Für die Überlassung zahlte die Betriebsgesellschaft auch die Steuern des gesamten Unternehmens an das Finanzamt.
Nach Änderungen in der Rechtsprechung fordert Hermann nun die
für die Besitzgesellschaft gezahlten Umsatzsteuern für die Zeit von
2006 bis 2009 vom Schwesterunternehmen zurück. Im März 2010
schlossen Insolvenzverwalter und die Karmann-Eigentümer einen
Vergleich. Laut Gericht ist zwischen Insolvenzverwalter und den
Karmann-Eigentümern jedoch strittig, ob damit auch die Frage der
Steuerzahlungen geklärt ist. Unter Hinweis auf das laufende
Gerichtsverfahren wollte sich ein Sprecher von Hermann nicht zu
Details des Streits äußern. Ein Sprecher der Eigentümerfamilien war
zunächst nicht zu erreichen. Volkswagen
ISIN DE0007664005 DE0007664039
AXC0110 2011-08-22/14:06
