Trotz Börseneinbruchs und Konjunktursorgen will die Industrie wieder deutlich mehr investieren. Laut einer Befragung des Münchner Ifo Instituts wollen die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Westdeutschland in diesem Jahr rund 14 Prozent mehr ausgeben als im Vorjahr. "Der sich für dieses Jahr abzeichnende Investitionsanstieg ist breit angelegt: Fast alle Branchen haben eine Anhebung ihrer Ausgaben für neue Bauten und Ausrüstungsgüter geplant", teilte das Institut am Dienstag mit. 2009 waren die Investitionen stark eingebrochen, im vergangenen Jahr hatten die Unternehmen noch sehr verhalten investiert.
Das Geld solle in diesem Jahr weniger in Kapazitätserweiterungen gesteckt werden. Stattdessen solle meist die Produktpalette geändert oder erweitert werden. An zweiter Stelle stünden Ersatzbeschaffungen. Rationalisierungsinvestit ionen hätten spürbar an Bedeutung verloren: "Nur noch jedes zehnte westdeutsche Industrieunternehmen will in diesem Jahr vorrangig in Rationalisierungsmaßnahmen investieren."
Im vergangenen Jahr hätten die Unternehmen gut 38 Milliarden Euro in neue Bauten und Ausrüstungsgüter investiert. Damit hätten sie ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr nur um ein Prozent erhöht. Das entspreche real einem Anstieg um zwei Prozent, da die Preise für Ausrüstungsgüter im vergangenen Jahr abermals leicht gesunken seien.
Vor allem größere Unternehmen wollen ihre Investitionsausgaben erhöhen, erklärten die Konjunkturforscher. Kleinere Firmen, die in ihren Planungen flexibler seien, hätten ihre Ausgaben für neue Bauten und Ausrüstungsgüter schon im Vorjahr aufgestockt. An der Umfrage beteiligten sich rund 1900 Industrieunternehmen./cat/DP/bgf
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