Die ungarische Regierung will einen Teil der Kosten übernehmen, die sich aus der zwangsweisen Konvertierung von Frankenkrediten in Forint ergeben. Die Regierung habe sich diesbezüglich mit den Banken geeinigt, sagte Wirtschaftsminister György Matolcsy am Donnerstag laut Bloomberg.
Das ungarische Parlament hatte ein Gesetz verabschiedet, wonach die Banken verpflichtet wurden, Fremdwährungskredite zu einem Kurs in Forint zu konvertieren, der für die Konsumenten deutlich günstiger ist als der aktuell gültige Marktkurs. Die Kosten hätten die Banken tragen sollen. Demnach müssen sie bei Frankenkrediten einen Kurs von 180 verrechnen - der Marktkurs liegt derzeit in der Nähe von 250 Forint zum Franken.
Nun sollen Banken zwei Drittel der Kosten übernehmen, die durch die Differenz anfallen, was über fünf Jahre 600 Milliarden Forint (1,97 Mrd. Euro) ausmachen würde, so Matolcsy am Donnerstag vor Journalisten. Die Regierung werde ein Drittel oder 300 Milliarden Forint tragen.
Fremdwährungskredite, die mehr als 90 Tage überfällig sind, sollen in Forint konvertiert werden, wobei ein Viertel der ausstehenden Summe abgeschrieben wird, so Matolcsy. Die Abmachung sei für alle offen und soll den schwächelnden Forint stützen. Der Präsident der Bankenvereinigung Mihaly Patai sagte laut Bloomberg, das Abkommen sei auf fünf Jahre befristet.
Die von den Instituten gewährten Kredite in Devisen galten vor der Finanzkrise wegen niedriger Zinsen als äußerst attraktiv. Viele Familien griffen bereitwillig zu und erfüllten sich mit dem scheinbar so billigen Geld den Traum vom Eigenheim. Doch sie holten sich damit auch ein ungeahntes Währungsrisiko in Haus, das für viele nun zu einer Katastrophe wird. Denn vor allem der Franken ist zuletzt viel teurer geworden./tsk/lo/APA/stk
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AXC0133 2011-12-15/13:39
