Von Jörn Rehren und Eyk Henning DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Aktien der deutschen Großbanken haben am Nachmittag im Gefolge der konzertierten Aktion großer Zentralbanken, den Markt mit Dollar-Liquidität zu versorgen, kräftig zugelegt. Kurz nach 17 Uhr gewann die Deutsche Bank knapp 5% auf 24,68 EUR und die Commerzbank 5,5% auf 1,70 EUR. Die Titel gehörten damit zu den größten Gewinnern im DAX. Noch stärker legten französische Bankentitel zu: BNP Paribas etwa kletterten um 11%, nachdem sie zeitweilig schon ein Plus von über 20% aufgewiesen hatten.
Ein Analyst, der nicht namentlich genannt werden wollte, bewertet die konzertierte Notenbankaktion für den Bankensektor positiv. Die Zentralbanken seien sich offenbar bewusst, dass die Finanzmärkte mit Geld geflutet werden müssen, wenn Liquiditätsengpässe drohten. "Liquidität ist unter den Banken derzeit das kritischere Thema als die Eigenkapitalseite", sagte der Analyst.
Die US-Geldmarktfonds hätten in den vergangenen Wochen nachweislich Dollar-Kapital aus Europa abgezogen - abgestuft nach dem jeweiligen Engagement der Banken in Griechenland. Dabei habe das operative Engagement in Griechenland noch eine größere Rolle gespielt als die Frage, wieviele griechischen Staatsanleihen im jeweiligen Portfolio liegen. Deshalb seien italienische und spanische Banken, später auch einzelne französische Banken von dem Dollar-Abzug wohl stärker betroffen gewesen. Deutsche Banken seien dagegen in Griechenland nicht operativ tätig und hätten deshalb kaum unter dem Rückzug der US-Geldmarktfonds gelitten.
Auch Michael Rohr, Analyst bei Silvia Quandt Research, sieht die deutschen Banken weniger im Blick. Zu Dow Jones Newswires sagte er, dass die Deutsche Bank in Europa als sicherer Hafen gelte und deshalb nicht unter Dollar-Liquiditätsproblemen gelitten habe wie etwa französische Banken.
Da die Deutsche Bank aber wegen ihrer globalen Präsenz hohen Dollar-Refinanzierungsbedarf habe, hätte die Bank zumindest theoretisch Probleme bekommen können. Möglicherweise habe dies ausgereicht, um einige Anleger zu beunruhigen, sagte Rohr. Die EZB und die anderen Zentralbanken hätten diese Sorgen heute beiseite gewischt. Bei der Commerzbank sei dies wegen des geringeren internationalen Engagements weniger der Fall. Die beiden Banken selbst wollten das Thema nicht kommentieren.
-Von Jörn Rehren und Eyk Henning, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 115, joern.rehren@dowjones.com DJG/reh/jhe
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September 15, 2011 11:16 ET (15:16 GMT)
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