Wohl jeder hat eine genaue Vorstellung davon, was sich früher hinter Kodak verbarg: Wer privat oder als Profi fotografierte und die Bilder entwickeln wollte, der dachte an den Markennamen, den Unternehmer Eastman vor rund 120 Jahren erfunden hatte. Kodak war das Coca-Cola der analogen Fotografie.
Aber wofür steht Kodak heute? Das kann selbst der Konzern kaum beantworten. Seit Jahren nicht. Viel Zeit dafür bleibt ihm aber nicht mehr. Sonst verschwindet er wie Agfa und Polaroid. Das zeigen die jetzt aufgekommenen Insolvenzgerüchte. Sie nur zu dementieren wird Kodak nicht retten.
Die Firma gilt als Opfer der Digitalisierung, des Wechsels von analogen Kamerasystemen zu Digitalkameras und Handys. Doch das stimmt nur zur Hälfte. Auch andere Unternehmen mussten sich einem sich wandelnden Konsumentenverhalten stellen und den technologischen Fortschritt mitgehen und bekamen das hin, wenn auch nicht schmerzlos.
Mindestens ebenso viel Schuld am Niedergang des Weltkonzerns trägt daher die Unternehmensführung. Schon der frühere Konzernchef Dan Carp hat entscheidende Fehler begangen. Lange, zu lange sah er zu, wie die Digitaltechnik ihren Siegeszug antrat - sein Nachfolger Antonio Perez lernte nicht etwa daraus, sondern tat es ihm gleich. Dass dies für Kodak existenzbedrohend ist, war jedem Beobachter schon lange klar. Wenn Kameras Bilder auf Festplatten und Chips speichern, braucht es keinen Hersteller für Filme und Filmentwicklung mehr. Kodak setzte auf einen Masterplan, der diesen Namen kaum verdiente: Der Konzern wollte in den Bereichen digitale Fotografie, Digitaldrucke und Medizinbildtechnik wachsen. Das klang zwar logisch. Kodak blieb damals und bis jetzt aber die Antwort schuldig, wie das konkret gelingen soll. In diesen Bereichen kann das Unternehmen nicht auf seine Marktmacht vertrauen, ist nur einer von vielen Wettbewerbern in hart umkämpften - und daher margenschwachen - Sektoren.
Doch die Unternehmensleitung hat aus dem Niedergang der vergangenen Jahre anscheinend nichts gelernt. Weiterhin gibt es nur blumige Ankündigungen und vage Hoffnungen auf die Entwicklung von Marktnischen. Und weiterhin muss das laufende Geschäft durch Verkäufe der Substanz finanziert werden: Nach der Röntgensparte stehen nun die Patente zur Disposition - die sind zwar wertvoll, auf 2 Mrd. Dollar werden sie geschätzt. Doch erstens würde diese Summe das Sterben des hochdefizitären Unternehmens nur vertagen. Und zweitens: Kodak hätte dann nichts mehr zu bieten, wenn es zur Rettung eine Partnerschaft oder den Aufkauf anstreben wollte.
Der US-Konzern warb in seiner Glanzzeit mit dem Kodak-Moment - dem Versprechen, perfekte Situationen festzuhalten. Das aber geht nur auf Fotos. [www.guj.de]
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Am Baumwall 11
20459 Hamburg
G+J Wirtschaftsmedien AG & Co. KG | Sitz: Hamburg, Amtsgericht Hamburg HRA 92810 |
Komplementärin: Gruner + Jahr AG & Co KG | Sitz: Hamburg, Amtsgericht Hamburg HRA 102257 |
persönlich haftende Gesellschafterin: Druck- und Verlagshaus Gruner + Jahr Aktiengesellschaft |
Sitz: Hamburg, Amtsgericht Hamburg HRB 93683 | Vorstand: Dr. Bernd Buchholz (Vors.),
Dr. Torsten-Jörn Klein, Achim Twardy | Vorsitzender des Aufsichtsrats: Hartmut Ostrowski (END) Dow Jones NewswiresOctober 03, 2011 13:34 ET (17:34 GMT)
Aber wofür steht Kodak heute? Das kann selbst der Konzern kaum beantworten. Seit Jahren nicht. Viel Zeit dafür bleibt ihm aber nicht mehr. Sonst verschwindet er wie Agfa und Polaroid. Das zeigen die jetzt aufgekommenen Insolvenzgerüchte. Sie nur zu dementieren wird Kodak nicht retten.
Die Firma gilt als Opfer der Digitalisierung, des Wechsels von analogen Kamerasystemen zu Digitalkameras und Handys. Doch das stimmt nur zur Hälfte. Auch andere Unternehmen mussten sich einem sich wandelnden Konsumentenverhalten stellen und den technologischen Fortschritt mitgehen und bekamen das hin, wenn auch nicht schmerzlos.
Mindestens ebenso viel Schuld am Niedergang des Weltkonzerns trägt daher die Unternehmensführung. Schon der frühere Konzernchef Dan Carp hat entscheidende Fehler begangen. Lange, zu lange sah er zu, wie die Digitaltechnik ihren Siegeszug antrat - sein Nachfolger Antonio Perez lernte nicht etwa daraus, sondern tat es ihm gleich. Dass dies für Kodak existenzbedrohend ist, war jedem Beobachter schon lange klar. Wenn Kameras Bilder auf Festplatten und Chips speichern, braucht es keinen Hersteller für Filme und Filmentwicklung mehr. Kodak setzte auf einen Masterplan, der diesen Namen kaum verdiente: Der Konzern wollte in den Bereichen digitale Fotografie, Digitaldrucke und Medizinbildtechnik wachsen. Das klang zwar logisch. Kodak blieb damals und bis jetzt aber die Antwort schuldig, wie das konkret gelingen soll. In diesen Bereichen kann das Unternehmen nicht auf seine Marktmacht vertrauen, ist nur einer von vielen Wettbewerbern in hart umkämpften - und daher margenschwachen - Sektoren.
Doch die Unternehmensleitung hat aus dem Niedergang der vergangenen Jahre anscheinend nichts gelernt. Weiterhin gibt es nur blumige Ankündigungen und vage Hoffnungen auf die Entwicklung von Marktnischen. Und weiterhin muss das laufende Geschäft durch Verkäufe der Substanz finanziert werden: Nach der Röntgensparte stehen nun die Patente zur Disposition - die sind zwar wertvoll, auf 2 Mrd. Dollar werden sie geschätzt. Doch erstens würde diese Summe das Sterben des hochdefizitären Unternehmens nur vertagen. Und zweitens: Kodak hätte dann nichts mehr zu bieten, wenn es zur Rettung eine Partnerschaft oder den Aufkauf anstreben wollte.
Der US-Konzern warb in seiner Glanzzeit mit dem Kodak-Moment - dem Versprechen, perfekte Situationen festzuhalten. Das aber geht nur auf Fotos. [www.guj.de]
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