Der niederländisch-deutsche
Stromnetzbetreiber Tennet will in den kommenden zehn Jahren rund
zehn Milliarden Euro investieren. Davon sollten fünf bis sechs
Milliarden Euro in das deutsche Hochspannungsnetz fließen, sagte
Unternehmenschef Melchior Kroon in Berlin. An Land würden bis 2015
etwa 500 Kilometer neue Leitungen hinzukommen. Zudem seien fünf
Anbindungen an Windparks in der Nordsee geplant, zwei andere seien
schon gebaut. Tennet hatte Anfang 2010 das 10.700 Kilometer lange
Hochspannungsnetz des deutschen Konzerns Eon
Tennet legte am Donnerstag seine Jahresbilanz 2010 vor. Demnach erwirtschaftete das Unternehmen einen operativen Gewinn (Ebit) von 160 Millionen Euro (Vorjahr: 135 Mio. Euro). Das Nettoergebnis betrug 76 Millionen Euro nach 72 Millionen Euro im Jahr 2009. Der Umsatz lag bei 7,3 Milliarden Euro. Davon waren 6 Milliarden Euro Erlöse, die an die Erzeuger erneuerbarer Energien weitergereicht wurden, das Tennet-Ergebnis also nicht beeinflussten.
Beim angestrebten Umstieg auf erneuerbare Energien warnte Tennet-Deutschland-Geschäftsführer Martin Fuchs davor, immer frühere Zieldaten zu nennen. Derzeit gebe es dabei einen "Unterbietungswettbewerb der Politiker". Statt über Jahreszahlen zu sprechen, sollten sie die Voraussetzungen für einen schnellen Netzausbau schaffen. Dann werde man sehen, wie schnell und in welchem Umfang vor allem Strom aus Windkraft der Küstenregionen genutzt werden könnten.
Nach der Abschaltung von acht Atomkraftwerken sei die Netzsituation "jeden Tag angespannt". Wartungsarbeiten in Kohle- und Gaskraftwerken müssten verschoben werden, "weil wir momentan jede Strippe brauchen", sagte Fuchs. Besonders schwierig werde die Lage in der zweiten Mai-Hälfte, wenn zusätzlich fünf Atommeiler gleichzeitig in Revision gehen. Dann werden 13 der 17 deutschen Kernkraftwerke nicht am Netz sein./brd/DP/edh
ISIN DE000ENAG999
AXC0139 2011-05-05/11:59
