EMFIS.COM - Peking 11.10.2011 (www.emfis.de) Die staatliche chinesische Bankenholding Central Huijin hat im großen Stil Aktien der vier größten Banken aufgekauft. Obwohl die Kurse der betroffenen Finanzdienstleister in Hongkong nach dieser Meldung stark zulegen konnten, halten sich die Zugewinne in Shanghai bislang in Grenzen.Die vom Staatsfonds CIC kontrollierte Investmentgesellschaft China Central Huijin Investment hat bekannt gegeben, dass sie gestern insgesamt 197 Millionen Yuan (30,93 Millionen US-Dollar) für Stützungskäufe ausgegeben hat. Central Huijin erwarb 14,58 Millionen A-Shares der Industrial and Commercial Bank of China, 39,07 Millionen A-Shares der Agricultural Bank of China, 3,51 Millionen A-Shares der Bank of China und 7,38 Millionen A-Shares der China Construction Bank.
Bereits am 18. September hatte die Investmentgesellschaft verkündet, dass sie Wertpapiere auf dem Sekundärmarkt aufkaufen will, um ihre Kontrollposition bei den vier wichtigsten Banken Chinas auszubauen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bezeichnete die Käufe als Schritt zur Stabilisierung des Geschäfts und zur Entwicklung wichtiger Finanzinstitutionen. Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass diese konzertierte Aktion in erster Linie eine Maßnahme der Pekinger Regierung ist, um den Markt zu stützen. Der Shanghai Composite hat seit Jahresbeginn bereits 17 Prozent verloren. Während die asiatischen Märkte in den letzten Tagen recht freundlich tendierten, schloss der chinesische Leitindex gestern auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren.
Bislang keine Belebung in ShanghaiDas letzte Mal, dass Central Huijin eingreifen musste, war Anfang 2009: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatte die Investmentgesellschaft Stützkäufe getätigt. Peking scheint nun zu hoffen, dass die staatlichen Investitionen auch diesmal die Privatinvestoren dazu animieren wird, sich wieder Aktien zuzulegen. Doch bislang bleibt der Zuspruch zumindest auf dem chinesischen Festland verhalten: Der Shanghai Composite steht derzeit mit einem verhältnismäßig geringen Plus von 0,16 Prozent auf 2.348,5 Zähler, während der Hang Seng in Hongkong bereits 2,07 Prozent auf 18.078,0 Stellen zulegen konnte.
Dieser Unterschied zeigt sich auch deutlich bei den einzelnen Werten: In Hongkong verbuchte die Agricultural Bank of China einen rekordträchtigen Kursgewinn von 12,1 Prozent und steht derzeit auf 2,97 Hongkong-Dollar. In Shanghai legte der Kurs lediglich 2,0 Prozent zu auf 2,52 Yuan.
Die Anteilsscheine der Bank of China verteuerten sich heute an der Börse Hongkong um 8,5 Prozent auf 2,67 Hongkong-Dollar, gefolgt von der Industrial & Commercial Bank of China (+ 6,9 Prozent auf 4,32 Hongkong-Dollar) und der China Construction Bank (+ 6,2 Prozent auf 5,13 Hongkong-Dollar).
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