Die Ölpreise haben zur Wochenmitte zu einer neuen Talfahrt angesetzt. Die zunehmende Nervosität der Anleger vor dem Hintergrund der verfahrenen Situation in der Euro-Schuldenkrise dämpft die Kauflaune an den vergleichsweise riskanten Ölmärkten. Der Preis für US-Öl rutschte in der allgemein trüben Stimmung zeitweise unter die Marke von 92 US-Dollar und erreichte den tiefsten Stand seit sechs Monaten.
Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni konnte sich im Handelsverlauf wieder etwas erholen und stand gegen Mittag bei 92,29 Dollar und damit 1,69 Dollar tiefer als am Vortag. Ähnlich starke Verluste zeigten sich auch beim Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juli. Hier verbilligte sich ein Fass um 1,38 Dollar auf 110,07 Dollar. Zuvor erreichte der Brent-Preis bei 109,56 Dollar ein neues Jahrestief.
Experten nennen zwei große Belastungsfaktoren am Ölmarkt. Zum einen sorgt die europäische Schuldenkrise und insbesondere die brisante Lage in Griechenland für Unsicherheit unter Investoren. Zum anderen werden die aktuell sehr großen Lagerbestände an Rohöl genannt. In den USA liegen die Vorräte zurzeit so hoch wie seit über 20 Jahren nicht mehr.
Am Nachmittag dürften die US-Ölreserven wieder verstärkt in den Fokus der Anleger rücken. Die US-Regierung wird die neusten Daten zu den Lagerbeständen an Rohöl in der größten Volkswirtschaft der Welt veröffentlichen. Ein erneuter Anstieg könnte die Talfahrt der Ölpreise noch weiter beschleunigen.
Unterdessen legte der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder zuletzt leicht zu. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel am Dienstag im Durchschnitt 108,70 Dollar. Das waren 56 Cent weniger als am Montag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./jkr/jsl
AXC0166 2012-05-16/12:40
