Der Chef der WGZ Bank, Werner Böhnke, reiht sich in den Chor der Kritiker des Bankenstresstests ein. Die Überprüfung der europäischen Bankenaufsicht EBA sei "kontraproduktiv", sagte der Manager des genossenschaftlichen Zentralinstituts der "Börsen-Zeitung" (Mittwoch). "Stresstests sind auf den Weg gebracht worden, um Vertrauen herzustellen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Im Gegenteil: Wir beobachten bei den Akteuren eine zunehmende Verunsicherung durch die permanenten und nicht immer nachvollziehbaren Veränderungen der Parameter."
In einem Blitz-Stresstest ermitteln Aufseher derzeit, wie groß die Kapitallücke der europäischen Institute bei einer Bewertung der von ihnen gehaltenen Staatsanleihen zu Marktpreisen ist. Die Banken müssen bis Ende Juni 2012 auf eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent kommen. Kernkapital gilt als Puffer für Krisen. Böhnke kritisierte, dass im Stresstest so getan werde, als seien die derzeitigen Belastungen auf den Staatsanleihen endgültig. Dabei werde aber verschwiegen, dass die Rekapitalisierung der Banken "in den allermeisten Fällen" nur dann erforderlich sei, wenn europäische Staaten ihre Anleihen nicht mehr bedienen können.
Für sein Institut geht er nicht mit einem höheren Kapitalbedarf
aus. Dagegen wird beim zweiten genossenschaftlichen Zentralinstitut,
der DZ Bank, mit einer Kapitallücke von rund 350 Millionen Euro
gerechnet. Der größte Kapitalbedarf unter den deutschen Geldhäusern
wird bei der Commerzbank
ISIN DE0008032004
AXC0053 2011-12-07/10:17
