Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) rechnet mit einer Schwächephase der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr. In einer am Dienstag in Essen veröffentlichten Prognose korrigierten die Wirtschaftsforscher ihre Erwartungen für 2012 noch einmal nach unten. Statt eines noch im September erwarteten Wirtschaftswachstums von 1,0 Prozent geht das RWI nun nur noch von einem Zuwachs von 0,6 Prozent aus.
"Eine Rezession halten wir nach der derzeitigen Datenlage für wenig wahrscheinlich", sagte RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn. "Was wir sehen, ist eine Diskrepanz zwischen Stimmung und tatsächlicher Lage", so der Wirtschaftsforscher. Voraussetzung sei jedoch, dass es zu keiner weiteren Eskalation der Finanzkrise im Euro-Raum komme.
Ursache für die nun weiter abgesenkte Prognose seien vor allem die zunehmend ungünstigen Exportaussichten. So geht das RWI im kommenden Jahr von einem Wachstum der Ausfuhren von nur noch 2,2 Prozent aus - nach einem Plus von 8,5 Prozent in diesem Jahr und 13,7 Prozent im Jahr 2010. Die internationale Konjunktur habe sich bereits im Verlauf des Jahres 2011 deutlich abgekühlt, so das Institut.
Auf dem Arbeitsmarkt wird sich die Lage dagegen im kommenden Jahr nach Einschätzung des RWI nicht verschlechtern. Die Arbeitslosenquote werde sogar von 7,1 Prozent im laufenden Jahr auf 6,8 Prozent weiter sinken. "Die Unternehmen sind bemüht, Arbeitskräfte zu halten", sagte Döhrn./uta/DP/jkr
AXC0119 2011-12-20/13:20
