Ulm (ots) - Sozialer Stresstest
Flächendeckend bringt die Bundesregierung in diesen Tagen ihre frohe Botschaft unters Volk: "Der Aufschwung kommt bei den Menschen an." Doch Plakate sind geduldig - sie verraten oft nur die halbe Wahrheit. Tatsache ist nämlich, dass die Armut in Deutschland auf einem erschreckend hohen Niveau verharrt. Die Segnungen anhaltenden Wachstums ergießen sich keineswegs automatisch auch über den Bedürftigen, allen vermeintlich ehernen Gesetzen der Marktwirtschaft zum Trotz. Die Politik muss der sozialen Gerechtigkeit also auf die Sprünge helfen, wenn sich Armut gegenüber den therapeutischen Heilsversprechen der Ökonomen als resistent erweist. Der Markt produziert Wohlstand und Reichtum, aber er wendet nicht in erwünschtem Maße die Risiken von Abstieg und Hoffnungslosigkeit ab, obwohl die Binnenkonjunktur brummt und der Export boomt. Ohne Umverteilung wird es also nicht gehen angesichts einer in den letzten Jahren unverhältnismäßigen Anhäufung von Vermögen in wenigen Händen. Dass Regierungen den Bankrott mächtiger Banken nicht zulassen dürfen, weil sonst das gesamte Finanzsystem zusammenbricht, haben wir lernen müssen. Können wir aber annehmen, dass Gesellschaften es aushalten, wenn ein bedeutender Anteil der Menschen dauerhaft von Armut und Ausgrenzung bedroht ist? Die Politik sollte es nicht auf einen sozialen Stresstest ankommen lassen.
Originaltext: Südwest Presse Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/59110 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_59110.rss2
Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218
Flächendeckend bringt die Bundesregierung in diesen Tagen ihre frohe Botschaft unters Volk: "Der Aufschwung kommt bei den Menschen an." Doch Plakate sind geduldig - sie verraten oft nur die halbe Wahrheit. Tatsache ist nämlich, dass die Armut in Deutschland auf einem erschreckend hohen Niveau verharrt. Die Segnungen anhaltenden Wachstums ergießen sich keineswegs automatisch auch über den Bedürftigen, allen vermeintlich ehernen Gesetzen der Marktwirtschaft zum Trotz. Die Politik muss der sozialen Gerechtigkeit also auf die Sprünge helfen, wenn sich Armut gegenüber den therapeutischen Heilsversprechen der Ökonomen als resistent erweist. Der Markt produziert Wohlstand und Reichtum, aber er wendet nicht in erwünschtem Maße die Risiken von Abstieg und Hoffnungslosigkeit ab, obwohl die Binnenkonjunktur brummt und der Export boomt. Ohne Umverteilung wird es also nicht gehen angesichts einer in den letzten Jahren unverhältnismäßigen Anhäufung von Vermögen in wenigen Händen. Dass Regierungen den Bankrott mächtiger Banken nicht zulassen dürfen, weil sonst das gesamte Finanzsystem zusammenbricht, haben wir lernen müssen. Können wir aber annehmen, dass Gesellschaften es aushalten, wenn ein bedeutender Anteil der Menschen dauerhaft von Armut und Ausgrenzung bedroht ist? Die Politik sollte es nicht auf einen sozialen Stresstest ankommen lassen.
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