--E.ON wird von Chinesen in Portugal ausgestochen
--DAX-Konzern will anderswo in Erneuerbare Energien investieren
(NEU: E.ON-Reaktion, Hintergrund)
Von Jürgen Hesse und Barbara Millner DOW JONES NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Energiekonzern E.ON ist mit dem Plan gescheitert, den Staatsanteil Portugals am lokalen Versorger EDP zu übernehmen. Die Regierung erteilte am Donnerstag dem chinesischen Wasserkrafterzeuger Three Gorges den Zuschlag für die 21% an Energias de Portugal (EDP). Damit müssen die Deutschen die angestrebte Expansion im Ausland vorerst verschieben. Three Gorges hat den Angaben zufolge 2,69 Mrd EUR für den Staatsanteil geboten.
Die Privatisierung von EDP, die eine starke Position im Geschäft mit Erneuerbaren Energien hat, ist Teil des Rettungsplans für das Land. Portugal hatte den Verkauf im Zuge der Staatsschuldenkrise mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds vereinbart. Neben E.ON und Three Gorges hatten die brasilianischen Unternehmen Eletrobras und Cemig für den Anteil geboten.
E.ON zeigte sich enttäuscht vom Ausgang der EDP-Auktion. Eine Beteiligung des Düsseldorfer Konzerns wäre seiner Einschätzung nach zwar sinnvoll gewesen, er habe aber nicht mehr bieten wollen als einen marktgerechten Preis.
Das DAX-Unternehmen kündigte an, noch intensiver an der Umsetzung seiner Strategie zu arbeiten. Einen wesentlichen Beitrag dazu sollen die Investitionen von 7 Mrd EUR in Erneuerbare Energien in den nächsten fünf Jahren leisten, unter anderem ist der Bau von drei großen Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee geplant.
E.ON wäre der Kauf des EDP-Anteils in Portugal nicht nur wegen der Wasserkraftwerke des Stromversorgers gelegen gekommen. Die Portugiesen haben auch eine starke Position in dem boomenden Land Brasilien. Genau darauf haben es die Chinesen abgesehen, die mit dem Kauf nun einen Fuß in die Tür nach Brasilien bekommen. Aber auch in Südeuropa ist das chinesische Unternehmen nach dem EDP-Einstieg nun erstmals engagiert.
Three Gorges ist in Europa vor allem bekannt als der Betreiber des Drei-Schluchten-Damms, dem weltweit größten Wasserkraftwerk am Fluss Yangtze. Wegen der ökologischen Folgen des Megaprojektes und der notwendigen Umsiedlung von Millionen Menschen war der Bau des Damms stark umstritten.
Von Jürgen Hesse und Barbara Millner, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/jhe/bam
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December 22, 2011 12:00 ET (17:00 GMT)
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