Ottawa (BoerseGo.de) - Der kanadische Finanzminister Jim Flaherty hat Hilfen für Europa über den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Aussicht gestellt. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sich auch die übrigen G20-Staaten beteiligten. "Wenn am Ende alle anderen G20-Staaten mitziehen und Mittel für den IWF zur Verfügung stellen, damit der IWF in die europäische Situation eingreifen kann, dann denke ich gäbe es eine allgemeine Unterstützung - offen gesagt wegen der weltweiten Angst vor einer globalen Wirtschaftskrise", sagte Flaherty am Donnerstag im kanadischen Fernsehsender CBC.
Zuvor hatte der kanadische Premierminister Stephen Harper noch gesagt, Kanada wolle nicht seine Ressourcen den Europäern zur Rettung aus der Krise zur Verfügung stellen. Die Europäer hätten selbst ausreichend Mittel, während sich der IWF doch eher auf die Entwicklungsländer konzentrieren solle, hieß es weiter in dem Artikel auf der Webseite des CBC.
Flaherty kritisiert europäische Politiker scharf
Obwohl Flaherty also durch seine Aussage im Fernsehen am Donnerstag eine gewisse Wende in der kanadischen Politik gegenüber der EU angekündigt hatte, kritisierte er in scharfen Worten die europäischen Politiker. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag schreibt, habe Flaherty am Donnerstag in Ottawa Europa vorgeworfen, nicht die notwendigen Schritte unternommen zu haben, um die sich ausbreitende Schuldenkrise zu beenden.
Europäische Politiker hätten es zugelassen, dass Europa nun "am Rande einer sehr, sehr ernsten Krise" stünde. Zwar hätte man einige Maßnahmen ergriffen, diese aber zu zögerlich und nur scheibchenweise.
