Von Eyk Henning, Jan Hromadko und Martin Rapp DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der Energiekonzern RWE holt erste Angebote für Förderkonzessionen in Ägypten ein. Ein Infomemo für die noch nicht entwickelten Gaslagerstätten der Fördertochter Dea wurde vergangene Woche an mögliche Interessenten verschickt, sagten zwei Personen aus Finanzkreisen. Erste Offerten könnten demnach bis Ende Januar eingehen. Einer der Beteiligten bezifferte die Preisvorstellung des DAX-Konzerns auf rund 1 Mrd USD.
Eine Person aus dem Unternehmen selbst sprach von zwei ägyptischen Konzessionen, die zum Verkauf stünden. Damit könne der Konzern Milliardeninvestitionen in den nächsten Jahren sparen. Eine andere der mit dem Vorgang befassten Personen bezifferte den Betrag auf rund 3 Mrd USD, die in Projekten mit dem britischen BP-Konzern eingesetzt werden sollten, an denen RWE 40% hält.
Im Sommer 2010 hatten die Essener angekündigt, in die Feldesentwicklung zweier Konzessionen im Mittelmeer rund 3,6 Mrd USD investieren zu wollen. Damit sollte der eigene 40%-Anteil gedeckt werden, der Rest sollte vom Betriebsführer BP kommmen. Ein Sprecher von Dea wollte keine Angaben zu einzelnen zum Verkauf stehenden Bereichen machen. Ihm zufolge verfolgt RWE jedoch nur diese beiden Projekte in Ägypten in dieser Konstellation mit BP. Eine Konzernsprecherin wollte die Informationen ebenfalls nicht kommentieren.
In einem zweiten Schritt könnten dann weitere Dea-Teile abgegeben werden. So soll laut der Person aus dem Unternehmen eine Konzession in der norwegischen Nordsee zum Verkauf stehen. Auch in der britischen Nordsee stehen Projekte zur Disposition, hieß es weiter.
Die Veräußerung der Dea-Teile ist Teil des erst im August aufgestockten Verkaufsprogramms. Bis 2013 will RWE rund 11 Mrd EUR einnehmen und damit die Bilanz stärken. Der Konzern steht derzeit wegen widriger Marktbedingungen und dem Atomausstieg der Bundesregierung unter starkem Druck, weil die Gewinne sinken werden und die Verschuldung hoch ist. Ab 2013 muss der Kohlendioxidausstoß voll bezahlt werden; Europas größter Emittent muss dringend in sauberere Anlagen investieren. Dafür wird Kapital benötigt.
-Von Eyk Henning, Jan Hromadko und Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 211 13 87 214; martin.rapp@dowjones.com DJG/mmr/bam
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December 23, 2011 08:54 ET (13:54 GMT)
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