Die Deutsche Börse gibt sich momentan alle Mühe die Anleger für die Fusion mit der NYSE zu begeistern. Sogar eine Sonderdividende von zwei Euro je Aktie will man ausschütten. Laut Constantin Rohrbach von der Nord/LB allerdings nicht die beste Idee. "Man muss die Umkehrfrage stellen: Warum hat es ein solches Projekt nötig, die Anleger zu ködern?", so Rohrbach. Der Experte hält es für möglich, dass der Deal noch platzt. Warum, erfahren Sie im folgenden Interview.
Die NYSE Euronext hat mit Unterstützung der Deutschen Börse bei einer Anhörung vor dem US-Kongress erneut für den geplanten Zusammenschluss geworben. Bei ihrem Auftritt vor den überwiegend skeptischen US-Senatoren setzten Manager der beiden Börsenbetreiber vor allem auf das Argument der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit.
Wenn die NYSE sich nicht breiter und weltweit aufstelle, sei sie zu einem Dasein als netter, aber bedeutungsloser Anachronismus verdammt, zeichnete der Chief Operating Officer der NYSE Euronext, Larry Leibowitz, ein düsteres Bild von einer Zukunft der NYSE ohne die Deutsche Börse. Ein Zusammenschluss mit der Deutschen Börse sei als notwendige Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen zu sehen, so Leibowitz.
Der NYSE-Manager sicherte zudem zu, dass eine Fusion mit der Deutschen Börse den Wettbewerb in keiner Weise beeinträchtigen würde und weder Name noch Sitz der NYSE angetastet würden. Gary Katz, CEO der Deutsche-Börse-Tochter International Securities Exchange, fügte hinzu, eine Fusion würde die Bedeutung New Yorks als internationaler Finanzplatz sogar noch stärken.
Deutsche Börse und NYSE rühren seit Wochen die Werbetrommel für ihr ambitioniertes Vorhaben. Der Countdown läuft: Am 7. Juli entscheiden die NYSE-Euronext-Aktionäre auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung, ob sie einem Zusammenschluss mit der Deutschen Börse ihre Zustimmung erteilen oder nicht. Der Annahmezeitraum, in dem die Aktionäre der Deutschen Börse ihre Aktien zum Umtausch in Aktien der neuen Gesellschaft "Holdco" andienen können, endet am 13. Juli.
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