ZÜRICH (Dow Jones)--Die sich eintrübende Nachfrage aus der Bauwirtschaft hat für den Zementhersteller Holcim teure Konsequenzen. Im vierten Quartal muss der Züricher Konzern 775 Millionen Schweizer Franken abschreiben (641 Millionen Euro).
Nachfragerückgänge meldet der Schweizer HeidelbergCement-Konkurrent vor allem aus Spanien, Osteuropa und den USA. Mit 415 Millionen Franken stammt der Löwenanteil der Abschreibungen aber aus seinen afrikanischen Aktivitäten. So schreibt der Konzern einen Großteil der 15-Prozent-Beteiligung an seiner ehemaligen Südafrika-Tochter Afrisam ab. Schwache Absätze zwingen die Afrikaner in die Restrukturierung. 2007 hatte die Holcim die Mehrheit an der damaligen Holcim South Africa an das Konsortium Black Economic Empowerment verkauft, aber das Unternehmen weiter in technischen Fragen unterstützt und 2009 nochmals 292 Millionen Franken investiert.
Trotz der Millionenabschreibungen versicherte die Holcim Ltd, dass für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende gezahlt werden soll. Die Höhe der Dividende soll Ende Februar beschlossen werden, 2009 und 2010 wurden jeweils 1,50 Franken an die Aktionäre ausgeschüttet.
An der Börse löste die Nachricht über die Abschreibungen Kursverluste aus. Die Holcim-Aktie verliert am Montagmittag an der Schweizer Börse 2,6 Prozent auf 50,50 Franken. Auch die Aktie von HeidelbergCement leidet. Das Papier verliert mittags 3,4 Prozent auf 33,95 Euro und ist damit klar schwächster Wert im DAX. Zwar seien Südafrika und Spanien für HeidelbergCement nicht sonderlich relevant, sagte Analyst Marc Nettelbeck von der DZ Bank, wichtig sei aber Osteuropa. "Die Bedeutung variiert aber von Land zu Land und da Holcim nicht gesagt hat, wo genau es in der Region schlecht läuft, sind die Anleger bei HeidelbergCement verunsichert", so der Analyst.
-Von John Revill, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/mgo/jhe
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January 16, 2012 07:24 ET (12:24 GMT)
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