Dr. Jürg Zeuner, Chefökonom der VP Bank.Vaduz - Standard & Poor's (S&P) verschärfte am Freitagabend die europäische Schulden- und Vertrauenskrise. Italien zahlt voraussichtlich den höchsten Preis, Bundesanleihen profitieren. Für Anleger gilt weiterhin der Verzicht auf Peripherieanleihen.Die amerikanische Ratingagentur S&P senkte am Freitag die Kreditwürdigkeit von insgesamt neun Mitgliedsländern der Eurozone: Frankreich, Italien, Malta, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern. Deutschland, Finnland, Luxemburg und die Niederlande sind die letzten Euroländer mit dem höchsten Rating aller drei grossen Agenturen. Nur noch Deutschland verbleibt mit einem stabilen Outlook. Alle anderen Länder (mit Ausnahme der Slowakei) wurden mit einem negativen Outlook versehen. Dass heisst, dass es eine 1:3 Chance gibt, dass es in den nächsten zwei Jahren zu einer (weiteren) Herabstufung kommen wird.Auf politischer Ebene sorgte vor allem die Herabstufung Frankreichs bereits über das Wochenende für viele Kommentare. In Frankreich stehen Wahlen an. Der Entscheid dürfte politisch ausgeschlachtet werden und die Randparteien stärken. Allgemein findet S&P seine wichtigsten Begründungen in der hohen Staatsverschuldung bei niedrigem Wachstum sowie der politischen Uneinigkeit über die richtige Krisenstrategie. Hinzu kommt das Engagement des Bankensektors in der Peripherie (Frankreich) und Osteuropa (Österreich) sowie die hohen Zinsen bei der Refinanzierung von Staatsanleihen und zögerlichen Strukturreformen (Italien, Portugal, Spanien).Italien: Das "wahre" Opfer Ökonomisch wird die neue Ausgangslage für Italien die grössten Auswirkungen haben. Italien fällt mit seinem neuen BBB+ unter die Stufe, die viele institutionelle Investoren in ihren Anlageregeln noch als investierbar akzeptieren (A). Nicht nur wenn Moody's oder Fitch nachziehen, dürften viele institutionelle Investoren ihr Italienportfolio weiter abbauen, da in vielen Reglements das tiefste Rating als ausschlaggebend gilt. Die Renditen dürften wieder steigen und die Europäische Zentralbank (EZB) zu weiteren Anleihenkäufen zwingen. Das Krisenmanagement der EZB wurde im Übrigen im Bericht von S&P lobend erwähnt.Auswirkungen auf Banken und supranationale Schuldner ...Den vollständigen Artikel lesen ...


