Der Energieversorger EWE will den Konzern umbauen, um aus den roten Zahlen zu kommen. Dabei sollen auch Stellen in der Verwaltung wegfallen. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, ist noch offen. "Das können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen", sagte EWE-Sprecher Daniel Waschow am Donnerstag in Oldenburg. Die Umstrukturierung soll bis Sommer 2013 abgeschlossen sein.
Die EWE AG hatte in der vergangenen Woche ihre Prognose für 2011 gekippt. Der Vorstand geht nun von einem negativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im niedrigen dreistelligen Millionenbereich aus. Eigentlich hatte er mit einem Plus gerechnet.
Grund dafür sind unter anderem der gescheiterte Verkauf der 48-Prozent-Beteiligung am Leipziger Gasimporteur VNG an den Karlsruher Energiekonzern EnBW und Abschreibungen auf eine indirekte Beteiligung am Atomkraftwerk Grohnde. Den vollständigen Jahresbericht will der Konzern am 17. April veröffentlichen.
Die EWE-Mitarbeiter sind Anfang der Woche über den bevorstehenden Umbau informiert worden. Ziel sei es vor allem, Doppelstrukturen abzubauen, die unter anderem durch die Übernahme des Bremer Energieunternehmens swb entstanden sind, sagte Wachow. Geplant sei, die drei bestehenden Holding-Gesellschaften unter dem Dach der EWE AG zusammenzuführen. Bei den Holdings sind nach Angaben des Sprechers weniger als 1000 der rund 8500 EWE-Mitarbeiter beschäftigt.
Von der Umstrukturierung sind nach Medienberichten die Standorte in Bremen und Oldenburg betroffen. Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass die swb ihre Eigenständigkeit verliere, betonte Waschow. Wie der Umbau konkret aussehen wird, steht noch nicht fest. "Es gibt mehrere Wege", sagte der Unternehmenssprecher.
Der Streit um Gaspreiserhöhungen und Rückzahlungen an Kunden hatten dem Unternehmen bereits 2010 ein negatives Jahresergebnis von minus 50,7 Millionen Euro beschert. EWE versorgt nach eigenen Angaben 1,4 Millionen Strom- und 1,5 Millionen Erdgaskunden in Deutschland./igl/DP/nmu
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