Der US-Solarexperte Richard Keiser sieht gewaltiges Wachstumspotenzial in
den USA. Die Perspektiven des deutschen Solarherstellers Solarworld
beurteilt er jedoch skeptisch. Charttechnisch steht die Aktie vor einer
wichtigen Marke.
Rettet der US-Markt die angeschlagene Solarbranche? Schließlich verbrauchen
US-Amerikaner mehr Strom als alle Europäer zusammen. Richard Keiser hatte
bereits Ende 2011 mit einer Studie für Aufsehen gesorgt, wonach die
installierte Solar-Leistung in den USA in den nächsten fünf Jahren um 2.000
Prozent auf 100 GW zulegen könnte. Auslöser dafür seien die stark fallenden
Kosten für Solarsysteme. "Das wird stark unterschätzt", so Keiser, der mit
einem "exponentiellen Wachstum" rechnet.
Jetzt hat das DAF im Rahmen eines Interviews bei Richard Keiser nachgefragt.
Nachdem 2011 weniger als zwei Gigawatt zugebaut wurden, könnte demnach 2012
der große Durchbruch anstehen: "Die USA werden in diesem Jahr wahrscheinlich
eine installierte Gesamtleistung von zwei GW erreichen. Viele Prognosen
gehen davon aus, dass der amerikanische Markt sogar auf drei bis fünf GW
wachsen könnte. Bei der aktuellen Marktdynamik ist es sogar noch
realistisch, mit acht Gigawatt zu rechnen."
Unter anderem aufgrund der US-Dynamik glaubt Keiser, dass das Problem der
weltweiten Überkapazitäten bald gelöst sein könnte: "Wenn man die gesamte
installierte Kapazität hochfahren würde, wären das momentan ungefähr 50
Gigawatt. In der aktuellen Situation haben wir daher ungefähr doppelt so
viel Angebot wie Nachfrage. Die meisten Anbieter streben durchschnittlich
eine 90-prozentige Produktionsauslastung an. Damit sind wir bei rund 40
Gigawatt. Die Frage, die man sich nun stellen muss, ist: Wie fülle ich diese
15-Gigawatt große Lücke? Die Antwort muss aus den USA oder aus China kommen.
Geht man von einem jährlichen Wachstum von fünf Gigawatt pro Jahr aus, dann
wird das Problem bereits 2013 gelöst sein." Schon im laufenden Jahr könnte
sich die Lage für Solarfirmen bessern: "2012 rechne ich damit, dass die
Kosten um rund 25 Prozent sinken werden. Der Druck auf die Gewinnmarge
sollte nicht mehr so stark sein."
Solarworld: Problem Lohnkosten
Auf Solarworld angesprochen, sagte der NewYorker: "Ich kenne Solarworld und
habe bereits mit Führungskräften des Unternehmens zu tun gehabt. Der Fall
Solarworld unterscheidet sich nicht von der Situation aller anderen
westlichen Unternehmen in dieser Branche. Grundsätzlich haben wir es hier
mit einem Allerweltsprodukt zu tun, das in einem hart umkämpften Markt
vertrieben wird. Solarworld ist ein deutsches Unternehmen und die Lohnkosten
in Deutschland sind ungefähr zehn Mal höher als in China, Investitionskosten
sind circa doppelt so hoch. Für ein Unternehmen, das so aufgebaut ist wie
Solarworld oder jedes anderes westliche Solarunternehmen ist es sehr
schwierig, in diesem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie werden es schwer
haben."
Solarworld macht Boden gut
Der deutsche Solarhersteller mit Niederlassung in den USA - eine der beiden
US-Fabriken wurde 2011 aufgegeben - dürfte auch 2012 mit Margendruck zu
kämpfen haben. Charttechnisch wurde nach einem langen Abwärtstrend im Januar
wieder etwas Boden gut gemacht. Aktuell ist es entscheidend, ob die
Unterstützung bei 3,90 Euro und der kurzfristige Aufwärtstrend verteidigt
werden können. Fällt das Papier nachhaltig unter vier Euro, würde ein neues
Verkaufssignal generiert. Zeigt die Aktie hingegen oberhalb dieser Marke
relative Stärke und bildet erneut eine große weiße Kerze, ist mangels
nennenswerter Widerstände sogar eine Fortsetzung der Gegenbewegung möglich.
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unter www.deraktionaer.de
+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum
Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS
/ HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter www.deraktionaer.de +++ (END) Dow Jones NewswiresJanuary 30, 2012 09:15 ET (14:15 GMT)
den USA. Die Perspektiven des deutschen Solarherstellers Solarworld
beurteilt er jedoch skeptisch. Charttechnisch steht die Aktie vor einer
wichtigen Marke.
Rettet der US-Markt die angeschlagene Solarbranche? Schließlich verbrauchen
US-Amerikaner mehr Strom als alle Europäer zusammen. Richard Keiser hatte
bereits Ende 2011 mit einer Studie für Aufsehen gesorgt, wonach die
installierte Solar-Leistung in den USA in den nächsten fünf Jahren um 2.000
Prozent auf 100 GW zulegen könnte. Auslöser dafür seien die stark fallenden
Kosten für Solarsysteme. "Das wird stark unterschätzt", so Keiser, der mit
einem "exponentiellen Wachstum" rechnet.
Jetzt hat das DAF im Rahmen eines Interviews bei Richard Keiser nachgefragt.
Nachdem 2011 weniger als zwei Gigawatt zugebaut wurden, könnte demnach 2012
der große Durchbruch anstehen: "Die USA werden in diesem Jahr wahrscheinlich
eine installierte Gesamtleistung von zwei GW erreichen. Viele Prognosen
gehen davon aus, dass der amerikanische Markt sogar auf drei bis fünf GW
wachsen könnte. Bei der aktuellen Marktdynamik ist es sogar noch
realistisch, mit acht Gigawatt zu rechnen."
Unter anderem aufgrund der US-Dynamik glaubt Keiser, dass das Problem der
weltweiten Überkapazitäten bald gelöst sein könnte: "Wenn man die gesamte
installierte Kapazität hochfahren würde, wären das momentan ungefähr 50
Gigawatt. In der aktuellen Situation haben wir daher ungefähr doppelt so
viel Angebot wie Nachfrage. Die meisten Anbieter streben durchschnittlich
eine 90-prozentige Produktionsauslastung an. Damit sind wir bei rund 40
Gigawatt. Die Frage, die man sich nun stellen muss, ist: Wie fülle ich diese
15-Gigawatt große Lücke? Die Antwort muss aus den USA oder aus China kommen.
Geht man von einem jährlichen Wachstum von fünf Gigawatt pro Jahr aus, dann
wird das Problem bereits 2013 gelöst sein." Schon im laufenden Jahr könnte
sich die Lage für Solarfirmen bessern: "2012 rechne ich damit, dass die
Kosten um rund 25 Prozent sinken werden. Der Druck auf die Gewinnmarge
sollte nicht mehr so stark sein."
Solarworld: Problem Lohnkosten
Auf Solarworld angesprochen, sagte der NewYorker: "Ich kenne Solarworld und
habe bereits mit Führungskräften des Unternehmens zu tun gehabt. Der Fall
Solarworld unterscheidet sich nicht von der Situation aller anderen
westlichen Unternehmen in dieser Branche. Grundsätzlich haben wir es hier
mit einem Allerweltsprodukt zu tun, das in einem hart umkämpften Markt
vertrieben wird. Solarworld ist ein deutsches Unternehmen und die Lohnkosten
in Deutschland sind ungefähr zehn Mal höher als in China, Investitionskosten
sind circa doppelt so hoch. Für ein Unternehmen, das so aufgebaut ist wie
Solarworld oder jedes anderes westliche Solarunternehmen ist es sehr
schwierig, in diesem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie werden es schwer
haben."
Solarworld macht Boden gut
Der deutsche Solarhersteller mit Niederlassung in den USA - eine der beiden
US-Fabriken wurde 2011 aufgegeben - dürfte auch 2012 mit Margendruck zu
kämpfen haben. Charttechnisch wurde nach einem langen Abwärtstrend im Januar
wieder etwas Boden gut gemacht. Aktuell ist es entscheidend, ob die
Unterstützung bei 3,90 Euro und der kurzfristige Aufwärtstrend verteidigt
werden können. Fällt das Papier nachhaltig unter vier Euro, würde ein neues
Verkaufssignal generiert. Zeigt die Aktie hingegen oberhalb dieser Marke
relative Stärke und bildet erneut eine große weiße Kerze, ist mangels
nennenswerter Widerstände sogar eine Fortsetzung der Gegenbewegung möglich.
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