Budapest (BoerseGo.de) - Die ungarische Regierung hat die nationale Fluggesellschaft Malev am heutigen Montag unter Konkursschutz gestellt. Das bedeutet, dass es Gläubiger aufgrund von übergeordneten volkswirtschaftlichen Interessen Ungarns nicht erlaubt ist, ein Konkursverfahren gegen das Unternehmen einzuleiten.
Ungarische Medien berichteten, dass die Airlines nur noch Kapital für wenige Tage hat. Wie die Finanzierung dann weiterläuft ist derzeit unklar. Ihre Flugzeuge dürften ab Februar kaum noch starten, berichtet das ungarische Nachrichtenportal "index.hu" unter Berufung auf Regierungskreise und die mit der Angelegenheit vertraute Malev-Mitarbeiter. Wie das Nachrichtenportal weiter berichtet, ist es Malev nicht mehr möglich Kerosin bei Lieferanten auf Rechnung zu erhalten. Die Unternehmen würden nur noch Barzahlungen akzeptieren.
Die Fluggesellschaft kämpft seit Jahren mit Finanzproblemen. Die Probleme wurden noch verschlimmert, als die EU-Kommission am 09. Januar 2012 entschied, dass der ungarische Staat 70 bis 100 Millionen Euro Fördergelder aus den Jahren 2007 bis 2010 für die angeschlagene Airline zurückerhalten muss.
Wie die ungarische Zeitung "Népszabadság" am Freitag berichtete, haben bereits mehrere Unternehmen Interesse für die ungarische Airline signalisiert. Genannt wurden der spanische Low-Cost Carrier Vueling, die tschechische Travel Services und die chinesische Hainan.
