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XETRA-SCHLUSS/DAX rettet sich trotz schwachen US-Daten ins Plus

FRANKFURT (Dow Jones)--Noch leicht im Plus hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag aus dem Handel verabschiedet. Schlechte Konjunkturdaten aus den USA drückten den DAX deutlich vom Tageshoch zurück. Mit 0,2 Prozent oder 14 Punkten Plus auf 6.459 fielen die Gewinne eher mau aus. Im Handelsverlauf war der Index bis auf 6.533 Punkte geklettert. Zumindest der EU-Gipfel in Brüssel wurde positiv aufgenommen. Immerhin 25 der 27 Staaten der Europäischen Union hatten dort dem Fiskalpakt zugestimmt, mit dem die Finanzlage und die Wettbewerbsfähigkeit der Länder verbessert und das Ansehen der Gemeinschaftswährung wiederhergestellt werden sollen.

Darüber hinaus segneten sie die vorzeitige Einführung des permanenten Rettungsschirms ESM im Juli ab. "Damit ist der Gipfel zwar ohne Überraschungen geblieben, letztlich stellt sich die EU damit langfristig aber besser auf, als die meisten anderen Wirtschaftsräume", sagte ein Marktteilnehmer.

Für lange Gesichter sorgten am Nachmittag jedoch die US-Daten. So hieß es im Handel zum Einkaufsmanager-Index aus Chicago, "vor allem der Auftragseingang liegt Meilen unter Erwartung". Auch die Beschäftigung ging gegenüber dem Vormonat wieder deutlich zurück. Dies weckte die Sorge, auch der chinesische Einkaufsmanager-Index am Mittwochmorgen könne schlecht ausfallen. "Das hat hier schon einmal die Märkte abgeschossen.", so ein anderer Händler.

Der "Chicago-Index" wird als Vorlaufindikator für den nationsweiten ISM-Index betrachtet. Seine Wirkung geht daher über die Region Chicago hinaus. Er fiel im Januar auf 60,2 zurück, Volkswirte hatten im Vorfeld einen Stand von 62,3 prognostiziert. Im Dezember hatte der Wert noch bei 62,2 gelegen. Der Auftragseingang ging auf 63,6 nach 67,1 zurück, auch die Beschäftigungs-Komponente fiel auf 54,7 von 59,2 im Dezember.

Auch das US-Verbrauchervertrauen enttäuschte den Markt. Die Stimmung der US-Konsumenten fiel deutlich. Anstelle eines von Volkswirten erwarteten Anstiegs auf 68,0 ging er überraschend auf 61,1 zurück. Im Dezember hatte er noch bei 64,8 gelegen.

ThyssenKrupp stiegen um 2,7 Prozent auf 21,67 Euro. Der Verkauf der Edelstahl-Tochter an den finnischen Outokumpu-Konzern bringt dem Stahlkocher 2,7 Milliarden Euro. Die Erwartungen hätten bei 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro gelegen. "Thyssen kann die Schulden senken, Outokumpu kommt geografisch näher an seine Kunden und die Überkapazitäten in Europa werden abgebaut", lautete das Fazit für Michael Broeker, Analyst bei Steubing.

HeidelbergCement stiegen um 1,4 Prozent auf 37,57 Euro. Das milde Wetter in Europa habe die Nachfrage nach Baumaterialien im Dezember deutlich angetrieben, heißt es von Jefferies. Auch andere Zykliker legten zu, so Linde um 2,6 Prozent und BMW um 1,3 Prozent.

Auf der anderen Seite gaben defensive Werte nach. Deutsche Telekom büßten hier 1,4 Prozent auf 8,59 EUR ein.

Im MDAX legten EADS um 1,2 Prozent zu auf 25,69 Euro, obwohl der Eurofighter-Auftrag in Indien verloren gegangen ist. Stattdessen wird das Schwellenland für 11 Mrd Euro die "Rafale" der französischen Dassault kaufen. Dassault-Aktien haussierten darauf in Paris um fast 20 Prozent. Kuka zogen nach guten Zahlen um 1,3 Prozent auf 16,21 Euro an. Allerdings bemängelten Analysten den Auftragseingang im vierten Quartal. Zudem kündigte der Finanzvorstand sein Ausscheiden an.

Im TecDAX sprangen Gigaset 10 Prozent auf 2,64 Euro. Der Telefon-Hersteller ist im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Heiko Feber, Analyst bei Lampe, bewertet vor allem die hohe Cash-Generierung von 62 Millionen Euro im vergangenen Jahr positiv. Allerdings sei bislang noch unklar, ob es sich dabei lediglich um einen Einmaleffekt gehandelt habe.

DJG/mod/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

January 31, 2012 12:17 ET (17:17 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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