Die Staatsschulden der USA werden nach Angaben des Kongresses zum vierten Mal in Folge um mehr als eine Billion Dollar zunehmen. Das Defizit im seit Oktober laufenden Haushaltjahr 2012 werde voraussichtlich rund 1,1 Billionen Dollar (rund 840 Mrd. Euro) betragen, teilte das unabhängige Etat-Büro des Parlamentes (CBO) am Dienstag in Washington mit. Damit sei die Neuverschuldung zwar rund 15 Prozent niedriger als im Vorjahr, jedoch sei bereits ein Wegfall von Steuererleichterungen eingerechnet, der politisch längst noch keine beschlossene Sache ist.
In Relation zur Wirtschaftsleistung sei der Defizitrückgang zwar deutlicher. Das Minus in der Staatskasse betrage nur noch 7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) statt wie bisher 9 Prozent, weil die Konjunktur zuletzt angezogen habe. Doch bleibe das Defizit weiter "im historischen Vergleich sehr hoch", schrieb das CBO weiter. Es gehe bei seiner Berechnung zudem davon aus, dass sich der Aufwärtstrend in der Wirtschaft eher verhalten fortsetze und Arbeitslosigkeit nur langsam sinke.
Der Schuldenberg von heute 15,2 Billionen Dollar werde in den kommenden Jahren langsamer wachsen, weil der Sparkurs der Regierung greife sowie die Steuereinnahmen bei sinkender Arbeitslosigkeit stiegen. Im Jahr 2022 würden die USA mit 21,6 Billionen in der Kreide stehen, ein deutlich geringerer Anteil am BIP als heute, wo er bei 100 Prozent liegt./mcm/DP/he
AXC0249 2012-01-31/19:37
