Der Kampf der deutschen und chinesischen
Solarindustrie um die Vorherrschaft auf dem Weltmarkt nimmt an
Schärfe zu. Der Chef des weltgrößten Solarkonzerns Suntech,
Zhengrong Shi, greift seinen deutschen Rivalen Solarworld
Die aggressive Replik Shis verdeutlicht die angespannte Lage der
Branche. Der durch staatliche Förderungen unter anderem in
Deutschland ausgelöste Boom hat zu Überkapazitäten in der Industrie
geführt, die nun die Preise verfallen lassen. Selbst Marktführer wie
Suntech und Solarworld schreiben inzwischen Verluste, einstige
Branchengrößen wie Q-Cells
Shi will die Krise überstehen, indem er die Kosten um rund 20 Prozent drückt und auf Gewinnziele verzichtet: "Ich kann nicht sagen, ob wir 2012 wieder profitabel sein werden. Aber unser Ziel ist es." Zudem reagierte er auf Kritik, von staatlich gelenkten Banken ausgehalten zu werden. "Wir bauen die Schulden beständig ab. Das steht ganz oben auf meiner Pflichtenliste."
Shi glaubt, dass die Industrie kurz davor ist, auf öffentliche Mittel verzichten zu können. 2015 könnte es seiner Meinung nach soweit sein. Bis dahin wolle er ein "wirklich globales Unternehmen" aufgebaut haben. "Das heißt, dass wir auch ein globales Produktionsnetz haben werden. Es macht dann keinen Sinn mehr, Module durch die ganze Welt zu schicken. Man muss vor Ort produzieren, wenn man ein globales Unternehmen sein will", sagte er, ohne konkret zu werden.
Sollte Solarworld mit der Klage in den USA und Europa, wo Konzernchef Frank Asbeck Ähnliches plant, gewinnen, will Shi seine Präsenz in diesen Märkten verringern. "Wenn Solarworld gewinnt, werden wir uns natürlich noch stärker auf die Länder und Regionen konzentrieren, wo es keine Schutzzölle gibt. China, Asien insgesamt." Das US-Handelsministerium entscheidet am 2. März über einen Anti-Subventions-Zoll. Es hatte schon verkündet, dass potenzielle Zölle drei Monate rückwirkend gelten würden./nmu/fn/wiz
ISIN DE0005108401 DE0005558662
AXC0038 2012-02-01/08:16
