Florierende Geschäfte mit der Auto- und
Halbleiterindustrie sowie verbesserte Kostenstrukturen haben dem
Technologiekonzern Jenoptik
Für das laufende Jahr peilt Jenoptik ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), abhängig vom Halbleiterzyklus, zwischen 40 Millionen und 50 Millionen Euro und einen kleinen Zuwachs beim Umsatz an. Das Wachstum soll vor allem aus der Erschließung von Auslandsmärkten kommen, überwiegend aus Nordamerika und Asien. "Wir werden uns auch dem Thema Südamerika widmen", sagte Mertin.
Dabei plant der Technologiekonzern auch Zukäufe. " Wir schauen uns intensiv nach Akquisitionen um", so der Firmenchef. Allerdings werde Jenoptik nicht überteuert zukaufen. Momentan gebe es viele Investoren, die aufgrund der aktuellen Märkte nach alternativen Geldanlagen wie etwa Übernahmen suchten. Dies treibe die Preise für Zukäufe in die Höhe. "Wir wollen keine Abenteuer bei Übernahmen, sondern Solidität", fügte Finanzchef Frank Einhelliger hinzu.
Im Gesamtjahr 2011 stieg das EBIT nach vorläufigen Zahlen auf knapp 48 Millionen Euro, ein Plus von mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Analysten waren im Schnitt von 45,4 Millionen Euro ausgegangen. Jenoptik selbst hatte einen operativen Gewinn von rund 44 Millionen Euro prognostiziert. Vor Steuern betrug der Gewinn mehr als 30 Millionen Euro nach 15 Millionen im Vorjahr.
Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 13 Prozent auf rund 540 Millionen Euro. Zum Zuwachs hätten vor allem Asien und Nordamerika beigetragen, hieß es. Jenoptik hatte sich 2010 von seinem Weltraumgeschäft, der Jena-Optronik GmbH, getrennt und deshalb die Vorjahreszahlen um die veräußerte Gesellschaft bereinigt.
Der Auftragseingang betrug etwa knapp 650 Millionen Euro, ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Neben der guten Nachfrage aus der Automobilindustrie führte Jenoptik das Plus auch auf Bestellungen aus der Halbleiterindustrie zurück. Zudem gab es mit rund 250 Millionen Euro einen neuen Spitzenwert bei den Auftragseingängen im Geschäftsbereich Verteidigung & Zivile Systeme. Diese Bestellungen würden zum überwiegenden Teil zum Umsatz der Jahre 2013 und darüber hinaus beitragen, so Jenoptik.
Die Aktien von Jenoptik hinkten nach vorgelegten Eckdaten dem insgesamt festen Marktumfeld zuletzt mit einem kleinen Plus von 0,24 Prozent auf 5,35 Euro sehr deutlich hinterher. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade führte die verhaltene Kursreaktion der Papiere darauf zurück, dass die Stimmung zur Aktie vor den Zahlen schon sehr positiv gewesen sei. "Die vorgelegten Zahlen sind bereits als Flüsterschätzung im Kurs eingepreist gewesen", so der Börsianer.
Der Jenaer Konzern beschäftigt derzeit etwa 3.000 Mitarbeiter, davon rund ein Drittel in der Region Jena. Größte Jenoptik-Aktionäre sind die ECE Industriebeteiligungen GmbH, die Beteiligungsgesellschaft des Landes Thüringen sowie die Zoom Immobilien GmbH./mne/jha/wiz
ISIN DE0007203275 DE0006229107
AXC0162 2012-02-01/13:25
