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OECD/Gurria fordert Schuldenerlass der EZB für Griechenland

LONDON (Dow Jones)--Der Generalsekretär der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hat eine Schuldenverzicht für Griechenland auch durch staatliche Gläubiger gefordert. "Die EZB hat die griechischen Bonds mit einem Abschlag gekauft. Deshalb gibt es genügend Spielraum, zu einer Lösung beizutragen, ohne Geld zu verlieren", sagte Angel Gurria in einem Interview mit Dow Jones Newswires. Der OECD-Generalsekretär reagierte verächtlich über die Haltung der EZB und einiger Regierungen der Eurozone, sich nicht an einem Schuldenschnitt zu beteiligen. "Der Himmel fällt ein und sie sorgen sich über moralische Grundsatzfragen."

Gurria sprach sich außerdem für zusätzliche Anleihekäufe der Zentralbank, mehr Geld für die europäischen Rettungsprogramme und einen großzügigen Schuldenerlass für Griechenland aus. "Die EZB könnte mehr Staatsanleihen kaufen und damit schneller Druck vom Markt nehmen", sagte er.

Der OECD-Generalsekretär lobte die schmerzhaften Bemühungen in Spanien und Italien, den Haushalt in Schuss zu bringen. Das irische Reformprogramm zeige erste Erfolge. Dagegen wollte Gurria nicht ausschließen, dass Portugal eine Schuldenschnitt brauchen werde. "Das Land sieht eher wie ein traditioneller Fall aus. Man macht etwas Geld locker, beschließt einige Schritte und nach gewisser Zeit läuft es wieder." Falls nicht, müssen man zur nächsten Phase übergehen.

Im Allgemeinen sollte sich der Reformkurs in den Krisenländern nicht nur auf Sparmaßnahmen beschränken, sondern eher bei Privilegien, Ausnahmen und Steuerhinterziehung ansetzen, forderte der OECD-Generalsekretär

-Von Geoffrey T. Smith, Dow Jones Newswires, 
+49 (0)69 29725 300, konjunktur@dowjones.com 
DJG/DJN/chg/hab 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 02, 2012 06:10 ET (11:10 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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