Das Solarunternehmen Q-Cells hat sich mit seinen Anleihegläubigern geeinigt. Dabei plant das Unternehmen einen Kapitalschnitt und folgt damit den Spuren des Wettbewerbers Conergy. Was der Kapitalschnitt der Conergy-Aktie gebracht hat, ist bekannt: Nur eine kurze Erholung, danach hat der Wert noch mal rund 90 Prozent verloren. Anleger sollten bei Q-Cells also gewarnt sein! Dennoch verschafft die geplante Kapitalmaßnahme Q-Cells erst mal Luft. Ohne die Aktion wäre der Konzern Ende Februar insolvent gewesen. Jetzt hat Q-Cells eine grundsätzliche Einigung zur Restrukturierung aller drei ausstehenden Wandelanleihen in einer umfassenden Gesamtlösung erzielt. Nach der Veröffentlichung der Mitteilung am 24. Januar 2012 in der Q-Cells eine zweistufige Finanzrestrukturierung angekündigt hatte, haben sich wesentliche Inhaber der 2012, 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen ("wesentliche Anleiheinhaber") auf eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung geeinigt. Die Einigung sieht in ihren wesentlichen Eckpunkten folgendes vor: Die Inhaber der Ende Februar 2012 fälligen Wandelschuldverschreibung erhalten nach Abschluss der Finanzrestrukturierung eine Zahlung in Höhe von 20 Millionen Euro. Der nach der Zahlung von 20 Millionen Euro ausstehende Rückzahlungsbetrag und ggf. offene Zinszahlungen auf die Ende Februar 2012 fällige Wandelschuldverschreibung sowie der ausstehende Rückzahlungsbetrag und ggf. offene Zinszahlungen auf die 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen unmittelbar vor dem Wandlungstermin sollen zu gleichen Teilen (sogenanntes "pari-passu") gegen Übernahme nahezu des gesamten Eigenkapitals und im Wege eines Schulden- und Kapitalschnitts (sogenannter Debt-to-Equity-Swap) eingebracht werden. Nach Abschluss der Übernahme des Eigenkapitals werden die Inhaber der 2012, 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen gemeinsam mindestens 95 Prozent aller ausgegebenen Aktien der Q-Cells SE halten. Nach einer erfolgreichen Umsetzung der Finanzrestrukturierung kann es weitere Auszahlungen zu gleichen Teilen ("pari-passu") an die Inhaber der 2012, 2014 und 2015 fälligen Anleihen geben, wenn Q-Cells nicht-betriebsnotwendige Unternehmensteile verkaufen und danach noch ausreichende Liquidität vorhalten kann. Auch wenn Zeitpunkt, Höhe und Abschluss dieser Verkäufe mit hoher Unsicherheit behaftet sind, schätzen die Berater des Unternehmens, dass diese Verkäufe von nicht betriebsnotwendigen Unternehmensteilen, die einen minimalen EBIT-Effekt auf die Umsetzung des Geschäftsplans haben, in den nächsten Jahren bis zu 200 Millionen Euro erzielen könnten. Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel bei Der Aktionär Online: Glückwunsch, Q-Cells: Aber jetzt raus!
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