Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat im Streit mit der Bank Sal. Oppenheim um eingefrorene Millionensummen eine Niederlage erlitten. Das Kölner Oberlandesgericht wies eine Beschwerde des 58-Jährigen ab, der über eine einstweilige Verfügung 23 Millionen Euro Festgeld freiklagen wollte. Eine OLG-Sprecherin bestätigte am Montag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel". Die Beschwerde sei abgewiesen worden, weil Middelhoff nicht habe glaubhaft machen können, dass für ihn durch das Einfrieren dieses Vermögens eine existenzielle Notlage bestehe.
Sal. Oppenheim hatte dem früheren Arcandor-Vorstandschef hohe
Millionenkredite gewährt - und später dessen Festgeld per Pfandrecht
eingefroren. Arcandor musste 2009 Insolvenz anmelden. Das Kölner
Geldhaus war 2010 nach Milliardenverlusten und Fehlspekulationen an
die Deutsche Bank
Beim Hauptsacheverfahren gegen Sal. Oppenheim sei er aber "uneingeschränkt sicher, dass wir vollumfänglich gewinnen", meinte Holtermüller. Sein Mandant fordere von der einst größten europäischen Privatbank rund 100 Millionen Euro zurück. Derzeit hat der frühere Arcandor-Manager bei Sal. Oppenheim Kredite über mehr als 100 Millionen Euro laufen. "Die Kredite werden weiter bedient, obwohl wir glauben, dass es sich um unwirksame Forderungen handelt".
Sein Mandant sei "in krimineller Art und Weise" betrogen und getäuscht worden. Man habe ihm mehrere Fonds zur Zeichnung empfohlen, die als Kapitalanlagen völlig ungeeignet gewesen seien, sagte Holtermüller. Die Klageschrift gegen die Bank und Gesellschaften des Troisdorfer Immobilienentwicklers Josef Esch sei bereits fertig, aber: Middelhoff hoffe auf eine einvernehmliche Regelung, um einen langwierigen Prozess zu vermeiden. Derzeit laufen dem Anwalt zufolge Gespräche mit Sal. Oppenheim. Sollten diese bis Ende März erfolglos sein, werde der Ex-Chef des Arcandor-Konzerns klagen./wa/DP/wiz
ISIN DE0005140008
AXC0199 2012-02-13/15:19
