Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock erwartet, dass die Bundesbürger wegen der höheren Lebenserwartung in einigen Jahrzehnten erheblich später in Rente gehen. 2050 müssten die Deutschen fünf Jahre länger arbeiten, um das Rentensystem zu erhalten, sagte Institutsdirektor James Vaupel der "Welt am Sonntag". Damit würde der Ruhestand dann erst mit 72 Jahren beginnen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wies den Vorstoß umgehend zurück.
"Die Menschen müssen schlicht einen vernünftigen Teil ihrer Lebenszeit arbeiten", sagte Vaupel. Nach Erkenntnissen des Wissenschaftlers steigt die Lebenserwartung in Europa von Jahrzehnt zu Jahrzehnt um zwei bis drei Jahre. "2050 wird sie bei etwa zehn Jahren mehr liegen als heute. Etwas von dieser geschenkten Zeit werden wir auf die Arbeit verwenden müssen."
Das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach lehnte solche Überlegungen als "Unverschämtheit" ab. Der Zugewinn an Lebensjahren sei zwischen armen und reichen Bevölkerungsgruppen sehr ungleich verteilt. Heute schon schafften es viele Krankenschwestern und Bauarbeiter nicht einmal, bis zum derzeitigen gesetzlichen Renteneintrittsalter von 65 Jahren gesund zu bleiben./wn/DP/nmu
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