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Dow Jones News
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UPDATE: Europäische Wachstumshoffnungen erhalten einen Dämpfer

(NEU: Details, Hintergrund, Reaktionen von Bankvolkswirten) 
 
   Von Hans Bentzien 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr des Wirtschaftswachstums in Europa haben einen Dämpfer erhalten. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft sank entgegen den Erwartungen auf 49,7 Punkte von 50,4 im Vormonat und lag damit wieder unter der Marke von 50 Punkten, ab der ein Wirtschaftswachstum angezeigt wird. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten einen Anstieg auf 50,8 Punkte prognostiziert. Die Wirtschaft des Euroraums war im vierten Quartal 2011 um 0,3 Prozent geschrumpft, nachdem im Vorquartal ein Zuwachs von 0,1 Prozent verzeichnet worden war.

Der Finanzdatendienstleister Markit versuchte den Indexrückgang allerdings zu relativieren. "Ungeachtet dessen ist dies der zweithöchste Wert seit sechs Monaten und deutet darauf hin, dass sich die Privatwirtschaft in den ersten beiden Monaten 2012 weitgehend stabilisiert hat, nachdem sie im Schlussquartal 2011 geschrumpft ist", urteilte Markit.

Wirtschaftswachstum verzeichneten im Februar vor allem Deutschland und etwas schwächer auch Frankreich, wobei beide Länder leicht niedrigere Wachstumsraten aufwiesen als im Januar. Deutschlands Einkaufsmanagerindex der Privatwirtschaft sank auf 52,9 von 53,9, was vor allem am Dienstleistungssektor lag, dessen Index auf 52,6 von 53,7 zurückging. Erwartet worden war dagegen ein Anstieg auf 53,9. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes ging auf 50,1 von 51,0 zurück, während Ökonomen einen Anstieg auf 51,5 prognostiziert hatten.

In Frankreich sank der Einkaufsmanagerindex der Privatwirtschaft auf 50,6 von 51,2. Der Index des verarbeitenden Gewerbes stieg auf 50,2 von 48,5, während der Dienstleistungsindex auf 50,3 von 52,3 zurückging. Außerhalb dieser beiden Schwergewichtsländer schrumpfte die Wirtschaftsleistung hingegen im Durchschnitt mit leicht beschleunigter Rate, wenngleich die Tiefs von Ende letzten Jahres nicht erreicht wurden.

Nach Sektoren betrachtet verzeichnete der Service-Sektor nach der moderaten Expansion im Vormonat wieder leichte Einbußen. Die Industrie meldete zum zweiten Mal hintereinander ein leichtes Produktionsplus. Beide Sektoren verzeichneten erneut Rückgänge bei den Auftragseingängen, wobei sich der Abwärtstrend verlangsamte. Auch die Auftragsbestände nahmen langsamer als im Vormonat ab.

Bei der Beschäftigung kam es den zweiten Monat in Folge zu leichten Einschnitten. In beiden Sektoren fiel der Jobabbau zwar nur marginal aus, was jedoch in starkem Gegensatz zu den hohen Neueinstellungsraten im ersten Halbjahr 2011 steht. Deutschland vermeldete das niedrigste Plus seit März 2010.

Aus Sicht von Bankvolkswirten erhöhen die jüngsten Einkaufsmanagerdaten die Wahrscheinlichkeit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auch im ersten Quartal sinken wird. "Damit befände sich die Eurozone wieder in der Rezession", konstatierte Howard Archer, Volkswirt bei IHS Global Insight. Er fühle sich in seiner Prognose bestärkt, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins im zweiten Quartal um weitere 25 Basispunkte senken werde.

Nach Einschätzung von ING-Volkswirt Martin van Vliet ist vor allem der starke Rückgang des Dienstleistungsindex ein Anhaltspunkt dafür, dass die Sparmaßnahmen die Binnennachfrage zu drücken beginnen. Als einzigen "Silberstreifen am Horizont" kann van Vliet ausmachen, dass der Rückgang der Auftragseingänge nur noch sehr schwach gewesen sei. Alles in allem existiere aber weiterhin das Risiko, dass die Euroraum-Wirtschaft auch im ersten Quartal des neuen Jahres schrumpfen werde.

-Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, 
Hans.Bentzien@dowjones.com 
DJG/hab/chg 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 22, 2012 05:29 ET (10:29 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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