Der ins Schlingern geratene
Solarzulieferer Roth & Rau
Am Stammsitz im sächsischen Hohenstein-Ernstthal ist die Zahl der Mitarbeiter seit Herbst bereits um etwa 50 auf 400 Beschäftigte gesunken. Um die Kosten wieder auf "wettbewerbsfähiges Niveau" zu bringen, komme man am Standort nicht umhin, etwa 15 Prozent der Stellen zu streichen, schreibt der Vorstand. Entlassungen wurden am Donnerstag nicht ausgeschlossen, ein Unternehmenssprecher verwies indes auf noch laufende Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat. Zudem gebe es Abfindungsangebote, die von einigen Mitarbeitern bereits angenommen worden seien.
Mit einem schnellen Ende der Branchenkrise rechnet das rote Zahlen schreibende Unternehmen nicht: "Der Vorstand der Roth & Rau AG geht davon aus, dass sich die Krise in der Solarindustrie auch 2012 fortsetzen wird." Mittel- und langfristig sei man indes weiterhin vom Wachstum der Branche überzeugt. Defizitäre Tochtergesellschaften will das Unternehmen stilllegen. Dabei handele es sich um eine Produktionsgesellschaft in Italien und Vertriebsgesellschaften in Australien und in den USA. Im Inland sollen Gesellschaften verschmolzen werden. Von den aktuell 24 Töchtern sollten 12 im Konzern verbleiben, hieß es weiter.
Für das Geschäftsjahr 2011 bestätigte der inzwischen zur Schweizer Meyer-Burger-Gruppe gehörende Konzern weitgehend die Anfang Februar veröffentlichten vorläufigen Zahlen. So fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 285 Millionen Euro auf 208 Millionen Euro, das Konzernergebnis verbuchte einen Verlust von 121,9 Millionen Euro (2010: -25,8 Millionen Euro). Von den 1348 Mitarbeitern 2011 (2010: 1209) waren 817 (2010: 883) im Inland und 531 (2010: 326) im Ausland beschäftigt.
Roth & Rau war 2008 als erstes sächsisches Unternehmen in den
TecDax
ISIN DE000A0JCZ51 CH0027700852
AXC0149 2012-03-22/13:15
