
Laut Stephan Heibel vom Finanzportal www.aktien-meldungen.de und der Sentiment-Umfrage animusX war der Tournaround von Gigaset war nicht nachhaltig: "Im vergangenen Jahr hat Gigaset den Verkauf von Forderungen vorgenommen. Das hat zu einem einmaligen Liquiditätsschub in der Bilanz geführt." Gigaset will sich künftig stärker auf ausländischen Wachstumsmärkte wie Russland konzentrieren, die Produktpalette zudem mehr auf Internet-Telefonie ausrichten. "Das operative Ergebnis wird, nicht zuletzt aufgrund der Erschließung neuer Wachstumsfelder, aller Voraussicht nach nicht das Niveau des Vorjahres erreichen", hieß es. Die Schlagrichtungen von Gigaset sind für Stephan Heibel dabei nicht überzeugen. So ist weder die Konzentration auf die Festnetzsparte, noch der Ausbau der Internet-Telefonie besonders erfolgsversprechend. "IP-Telefonie ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, Gigaset hat diese Entwicklung jedoch nicht mitgemacht und sucht jetzt neue Lösungen. Von einem Wachstumsmarkt kann man allerdings nicht sprechen", so Stephan Heibel. Auch der Aktie sagt Heibel keine rosige Zukunft voraus: "Für ein KGV von 18 ist Gigaset zu teuer, es wird noch deutlich runter gehen müssen." Ebenfalls tätig im Bereich der Telefonie ist Drillisch. Der Mobilfunkanbieter begibt eine Schuldverschreibungen mit Umtauschrecht in freenet-Aktien. Mit der Wandelanleihe will das Unternehmen mindestens 125 Millionen Euro einnehmen, wie das Unternehmen mitteilte. Allerdings ist auch eine Aufstockung unter anderem durch eine Mehrzuteilungsoption um weitere 25 Millionen Euro möglich. Basierend auf dem Schlusskurs der freenet-Aktie am Dienstag kann sich Drillisch damit von bis zu 10 Millionen freenet-Aktien trennen. Drillisch und freenet sind die beiden letzten unabhängigen Anbieter auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Von Netzbetreibern wie Vodafone oder O2 kaufen sie Telefonminuten und große Datenpakete, um sie dann unter eigenen Namen weiter zuvermarkten. Drillisch ist bereits seit Langem bei dem größeren Konkurrenten freenet engagiert, mittlerweile hält das Unternehmen ein Fünftel an freenet. Die Möglichkeit einer Übernahme lässt sich Drillisch bislang offen. Nach Meinung Stephan Heibel würden sich die Geschäftsmodelle allerdings perfekt ergänzen. Während Drillisch Discountangebote über das Internet verkauft, konzentriert sich Freenet auf Mobilfunkverträge mit höheren Umsätzen, die in eigenen Läden angeboten werden. Wie Stephan Heibel darüber hinaus die Aktie einschätzt, sehen Sie im Video.
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