Von Benjamin Krieger
Mit der Rally an den Börsen ist es zum Wochenbeginn erst einmal vorbei. Nach einer starken Börsenwoche, die den DAX um knapp vier Prozent auf den höchsten Stand seit August 2011 getrieben hat, steigt der deutsche Leitindex am Montagmorgen nur noch moderat - um 0,2 Prozent auf 7.227 Punkte. "Die Risikoneigung an den asiatischen Märkten ist nicht mehr so lebhaft wie noch am Freitag", stellt Stan Schamu von IG Markets in Melbourne fest. Auch die übrigen europäischen Börsenplätze treten auf der Stelle. Der Euro-Stoxx-50 gibt um einen Zähler auf 2.537 nach.
Angetrieben wurden die Kurse vor allem von der Erwartung, dass die Notenbanken weltweit die Zügel noch weiter lockern und der lahmen Konjunktur Anreize geben. Chinesische Handelsdaten gießen Wasser auf die Mühlen der Pessimisten: Im August gingen die Importe des Landes um 2,6 Prozent zurück. Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg von 3,4 Prozent gerechnet.
"Die Wirtschaft in den Schwellenländern, vor allem in Asien, verschlechtert sich weiter", sagt Dariusz Kowalczyk von der Credit Agricole angesichts dieser enttäuschenden Zahlen. Er fügt hinzu, dass Investoren nach solchen Daten nur noch mehr auf die Unterstützung der Notenbanken setzen dürften. Am Mittwoch und Donnerstag beratschlagen die Gouverneure der Federal Reserve über neue Stimuli. Viele Beobachter rechnen damit, dass die Fed eine dritte Runde von Wertpapierkäufen einläuten wird.
Auch der Euro nimmt eine Auszeit
Passend zu der Atempause an den Aktienmärkten hat auch der Euro eine Auszeit genommen. Die Gemeinschaftswährung handelt zum US-Dollar knapp unter dem Viermonatshoch von 1,2818 Dollar, auf das sie am Freitagabend gestiegen war. Auch zum Yen, Pfund Sterling und Schweizer Franken stagniert der Euro nach der jüngsten Stärke. Doch er könnte schon bald weiter aufwerten. "Die alles dominierende Kraft an den Devisenmärkten dürfte in dieser Woche die Fed-Sitzung sein", sagt Stephen Gallo von der Credit Agricole. Mit der Aussicht auf weitere Lockerungen seitens der Fed befinde sich der Dollar klar in der Defensive.
Jan Bottermann von der Essener National-Bank rechnet damit, dass die Fed am Donnerstag Käufe von Staatsanleihen und von besicherten Hypothekenanleihen ankündigen wird. Am Euro-Rentenmarkt dürften die von der EZB in Aussicht gestellten Anleihekäufe die Risikoneigung von Investoren lebendig halten und die Kurse der als sichere Anlage geltenden Bundesanleihen belasten.
An den Aktienbörsen herrscht weiter Nachrichtenflaute. Lufthansa-Aktien gewinnen 1,6 Prozent. Der Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft UFO könnte in wenigen Wochen beendet sein. Einigen sich die Kontrahenten auf einen Schlichter und nehmen seine Ratschläge an, müssen Passagiere von Deutschlands größter Airline keine weiteren Streiks befürchten.
Infineon-Aktien büßen 2,0 Prozent ein, nachdem die Deutsche Bank zum Verkauf geraten hat. Gesucht sind dagegen die Aktien von Banken. So steigen Papiere der Commerzbank um 0,9 Prozent und die der Deutschen Bank um 1,7 Prozent. Aktien des Chemiekonzerns Lanxess, die in Kürze in den DAX aufsteigen, profitieren von einer Hochstufung der Bank Nomura und legen um gut ein Prozent zu.
=== DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Fr, 17.55 Uhr EUR/USD 1,2800 -0,1% 1,2807 1,2795 EUR/JPY 100,2188 +0,0% 100,1955 99,9709 EUR/CHF 1,2112 +0,2% 1,2088 1,2097 USD/JPY 78,3030 +0,1% 78,2350 78,1340 GBP/USD 1,6013 -0,0% 1,6015 1,6016 === Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com DJG/bek/flf
(END) Dow Jones Newswires
September 10, 2012 03:34 ET (07:34 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
