Zürich (ots) - Alpiq-Verwaltungsratspräsident Interims-Chef Hans
E. Schweickardt ist skeptisch, ob sich die Pläne von
Energieministerin Doris Leuthard für neue Gaskraftwerke realisieren
lassen. Für die Versorgungssicherheit brauche es neue
Grosskraftwerke. Ob allerdings Gaskombikraftwerke "politisch und
wirtschaftlich machbar sein werden, ist heute nicht absehbar", so
Schweickardt im Interview mit der "Handelszeitung". Er will deshalb
auch an den derzeit sistierten Gesuchen für den Bau von neuen
Kernkraftwerken festhalten. Die Frage eines allfälligen Rückzugs
stellt sich nach Worten des Alpiq-Chefs erst, "wenn die Machbarkeit
der neuen Energiepolitik klarer wird". Es sei wichtig, dass sich das
Volk in einer Abstimmung zur Energiezukunft äussern könne. Und zu
dieser gehörten "alle Optionen".
Als eine neue Möglichkeit für Grosskraftwerke nennt Schweickardt
sogenannte Kugelhaufenreaktoren. Dieser Kernkraftwerktyp steht
derzeit in China in Entwicklung. Er ist laut Schweickardt sicherer
sowie effizienter als Anlagen heutiger Bauart und könnte "im Zeitraum
ab 2020" in der Schweiz gebaut werden. Gleichzeitig warnt er vor den
Gefahren, die der Technologie der Pumpspeicherkraftwerke drohen. In
einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schreibt der Bundesrat
dieser Technologie grosses Potenzial zu. Doch Schweickardt warnt:
"Wenn sich durch Eingriffe in den Markt mit Subventionen für
Solarenergie diese Stauanlagen nicht mehr rechnen, macht man diese
Technologie kaputt." Für das Alpiq-Pumpspeicherprojekt Nant de
Drance, das 2017 ans Netz gehen soll, zeigt er sich zwar
zuversichtlich. "Sicherlich wird es eine Durststrecke geben. Danach
wird das Ganze wieder rentabler." So rentabel wie bisher werde die
Technologie aber vermutlich nie mehr sein, so Schweickardt.
Wechsel auch auf dem Posten des Finanzchefs
Derzeit sucht Alpiq nach einem neuen Konzernchef. Sein Name soll laut
Schweickardt gegen Ende Juni bekannt werden, die Übernahme des
operativen Geschäfts erfolge Ende Jahr. Aber auch auf dem Posten des
Finanzchefs kommt es bald zu einem Wechsel. Finanzchef Kurt
Baumgartner wird dieses Jahr 63. "Wir sind miteinander im Gespräch
über seine Nachfolge", bestätigt Schweickardt. Ein Wechsel erfolge
frühestens dann, wenn der neue Konzernchef bestimmt sei und an der
Auswahl von Baumgartners Nachfolger mitwirken könne.
Originaltext: Handelszeitung
Digitale Medienmappe: http://www.presseportal.ch/de/pm/100009535
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E. Schweickardt ist skeptisch, ob sich die Pläne von
Energieministerin Doris Leuthard für neue Gaskraftwerke realisieren
lassen. Für die Versorgungssicherheit brauche es neue
Grosskraftwerke. Ob allerdings Gaskombikraftwerke "politisch und
wirtschaftlich machbar sein werden, ist heute nicht absehbar", so
Schweickardt im Interview mit der "Handelszeitung". Er will deshalb
auch an den derzeit sistierten Gesuchen für den Bau von neuen
Kernkraftwerken festhalten. Die Frage eines allfälligen Rückzugs
stellt sich nach Worten des Alpiq-Chefs erst, "wenn die Machbarkeit
der neuen Energiepolitik klarer wird". Es sei wichtig, dass sich das
Volk in einer Abstimmung zur Energiezukunft äussern könne. Und zu
dieser gehörten "alle Optionen".
Als eine neue Möglichkeit für Grosskraftwerke nennt Schweickardt
sogenannte Kugelhaufenreaktoren. Dieser Kernkraftwerktyp steht
derzeit in China in Entwicklung. Er ist laut Schweickardt sicherer
sowie effizienter als Anlagen heutiger Bauart und könnte "im Zeitraum
ab 2020" in der Schweiz gebaut werden. Gleichzeitig warnt er vor den
Gefahren, die der Technologie der Pumpspeicherkraftwerke drohen. In
einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schreibt der Bundesrat
dieser Technologie grosses Potenzial zu. Doch Schweickardt warnt:
"Wenn sich durch Eingriffe in den Markt mit Subventionen für
Solarenergie diese Stauanlagen nicht mehr rechnen, macht man diese
Technologie kaputt." Für das Alpiq-Pumpspeicherprojekt Nant de
Drance, das 2017 ans Netz gehen soll, zeigt er sich zwar
zuversichtlich. "Sicherlich wird es eine Durststrecke geben. Danach
wird das Ganze wieder rentabler." So rentabel wie bisher werde die
Technologie aber vermutlich nie mehr sein, so Schweickardt.
Wechsel auch auf dem Posten des Finanzchefs
Derzeit sucht Alpiq nach einem neuen Konzernchef. Sein Name soll laut
Schweickardt gegen Ende Juni bekannt werden, die Übernahme des
operativen Geschäfts erfolge Ende Jahr. Aber auch auf dem Posten des
Finanzchefs kommt es bald zu einem Wechsel. Finanzchef Kurt
Baumgartner wird dieses Jahr 63. "Wir sind miteinander im Gespräch
über seine Nachfolge", bestätigt Schweickardt. Ein Wechsel erfolge
frühestens dann, wenn der neue Konzernchef bestimmt sei und an der
Auswahl von Baumgartners Nachfolger mitwirken könne.
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