FRANKFURT (Dow Jones)--Die Übernahme des Generikaherstellers Actavis durch den US-Konzern Watson belastet das erste Quartal der Deutschen Bank. Mit der Transaktion beendet das Institut sein Engagement bei Actavis, was im Auftaktvierteljahr zu einer Wertminderung von 257 Millionen Euro auf dieses Engagement führen wird, wie die Deutsche Bank mitteilte.
"Die Transaktion wird voraussichtlich im 4. Quartal 2012 vollzogen", hieß es weiter, wodurch sich das Tier-1-Kernkapital der Bank in diesem Quartal um rund 290 Mio Euro erhöhen werde. Die Deutsche Bank AG legt am Donnerstag Zahlen für den Zeitraum von Januar bis März vor.
Watson und Actavis hatten am Mittwochabend den lang erwarteten Deal verkündet. Die Amerikaner lassen sich den Schweizer Generikahersteller rund 4,5 Milliarden Euro kosten. Damit steigt Watson zur weltweiten Nummer drei in einem Markt auf, der von Größenvorteilen lebt.
Der isländische Investor Thor Bjorgolfsson hatte Actavis 2007 für 3,6 Milliarden Euro von der Börse genommen und stemmte dieses Geschäft damals mit Kredit, der größtenteils von der Deutschen Bank stammte. Da Bjorgolfsson in der Finanzkrise einen großen Teil seines Vermögens verlor, saß das Frankfurter Institut zuletzt immer noch auf einem großen Teil dieses Kredits. Wohl in Vorbereitung des jetzigen Verkaufs hat der deutsche Branchenprimus bereits im vergangenen Jahr mehr als 450 Millionen Euro auf sein Engagement abgeschrieben.
Der Kaufpreis, den Watson zahlt ist im Branchenvergleich relativ hoch. Da Actavis 2011 einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von rund 300 Millionen Euro erzielt habe, entspricht der Kaufpreis dem 14- bis 15-Fachen des EBITDA. Bei vergleichbaren Transaktionen wie der Ratiopharm-Übernahme durch Teva Pharmaceuticals wurde zuletzt etwa das 11-Fache gezahlt. Actavis beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden US-Dollar.
Dafür können die Amerikaner nach eigener Einschätzung ab dem dritten Jahr nach der Übernahme Synergien von mehr als 300 Millionen Euro realisieren. Mit dem Deal schiebt sich Watson zudem vorbei am US-Konkurrenten Mylan auf Platz drei der weltgrößten Generikahersteller hinter Teva Pharmaceuticals und der Novartis-Tochter Sandoz.
Actavis und Watson passen Analysten zufolge gut zusammen. So hat Watson eine starke Marktpräsenz in den USA, Actavis ist vor allem in Europa gut positioniert, auch in Nordafrika hat sich der Konzern zuletzt in Stellung gebracht. Wie Dow Jones Newswires zuvor erfuhr, sind die Verhandlungen durch eine Avance von Watson Ende vergangenen Jahres ins Rollen gekommen.
-Von Eyk Henning und Tess Stynes, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/mgo/jhe
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April 26, 2012 00:40 ET (04:40 GMT)
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