Das führende deutsche Kaffeeunternehmen Tchibo hat im vergangenen Jahr unter hohen Rohstoffkosten gelitten. Wegen der stark gestiegenen Preise für Rohkaffee und Baumwolle reduzierte sich der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) gegenüber dem Vorjahr von 288 auf 202 Millionen Euro, wie die Tchibo-Dachgesellschaft maxingvest am Freitag in Hamburg mitteilte. Der Tchibo-Umsatz erhöhte sich um rund fünf Prozent auf 3,54 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 12 000 Mitarbeiter.
Die durchschnittlichen Börsennotierungen für die Kaffeesorte Arabica seien im Laufe des Jahres auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren gestiegen, heißt es im Geschäftsbericht. Mittlerweile sind die Preise wieder gefallen, ebenso wie bei Baumwolle, dem zweitwichtigsten Rohstoff für Tchibo. Für den Hamburger Konzern werden jährlich etwa 8,5 Millionen T-Shirts, Pullover, Hosen und Heimtextilien hergestellt. Für das laufende Jahr erwartet Tchibo eine leichte Umsatzsteigerung, aber kaum mehr Gewinn als im Vorjahr. Die Rohstoffkosten seien immer noch hoch.
Tchibo hat mehrere strategische Wachstumsfelder definiert, auf die sich die besondere Aufmerksamkeit des Konzerns richtet. Dazu zählen der Internet-Vertrieb in Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern, die Kapselmaschine "Cafissimo" und die Expansion in Ost- und Südosteuropa. Alle diese Bereiche hätten erfolgreich gearbeitet, heißt es in dem Bericht. Den Absatz von "Cafissimo"-Maschinen und Kaffeekapseln habe Tchibo um mehr als 30 Prozent steigern können. "Der Wettbewerb mit Nespresso bereitet uns zunehmend Freude", sagte maxingvest-Vorstand Thomas Holzgreve.
Über die Holding maxingvest kontrolliert die Hamburger
Milliardärsfamilie Herz vollständig die Firma Tchibo und die
Mehrheit an dem Nivea-Konzern Beiersdorf
ISIN DE0005200000
AXC0108 2012-04-27/10:37
