Nach der angekündigten Enteignung der Repsol
Mit der Verstaatlichung solle die Kontrolle über strategisch wichtige Unternehmen wiedererlangt werden, erklärte Morales bei einer Mai-Kundgebung vor Gewerkschaftern im Regierungspalast Quemado in La Paz. Der Staatschef befahl den Streitkräften, die Kontrolle über die Anlagen der Firma zu übernehmen. Transportadora de Electricidad betreibt 73 Prozent des bolivianischen Elektrizitätsnetzes. Bisher befanden sich 99,94 Prozent der Aktien im Besitz der spanischen REE. Das Unternehmen war 1997 privatisiert worden.
Bis auf La Paz und El Alto ist die gesamte Stromversorgung in
Bolivien nun unter staatlicher Kontrolle. In der Hauptstadt und im
benachbarten El Alto wird sie noch von einem Tochterunternehmen der
spanischen Firma Iberdrola
Seit seiner Amtsübernahme vor sechs Jahren hat Evo Morales an jedem 1. Mai die Verstaatlichung von Unternehmen angekündigt. Nach Öl-und Erdgasfirmen in 2006 wurden in den folgenden Jahren die Telefongesellschaft Entel und mehrere Kraftwerkbetreiber vom Staat übernommen.
Morales wollte noch am Dienstag an der Einweihung einer neuen Erdgasanlage in Campo Margarita, im Department Tarija, teilnehmen, die von der spanischen Repsol gemeinsam mit British Gas und Panamerican Energy betrieben wird. Die Anlage mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Dollar soll die Gasexporte ins Nachbarland Argentinien verstärken.
Dort hat Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner die Verstaatlichung der Repsol-Tochter YPF angekündigt und so für erhebliche Verstimmung mit Spanien gesorgt. Das Enteignungsgesetz wird voraussichtlich am Mittwoch vom Parlament in Buenos Aires mit bequemer Mehrheit verabschiedet./jg/DP/stk
ISIN ES0173516115 ES0144580Y14
AXC0088 2012-05-01/22:08
