Nach schlechten Konjunkturnachrichten
aus Europa und schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt haben die
kontinentaleuropäischen Börsen am Mittwoch uneinheitlich
geschlossen. Der EuroStoxx 50 stand zum Handelsende mit
0,71 Prozent im Minus bei 2.290,31 Punkten, nachdem er im frühen
Handel unter anderem dank guter Konjunkturdaten aus China noch
deutlich zugelegt hatte. In London sank der FTSE 100 um
0,93 Prozent auf 5.758,11 Punkte. In Paris hingegen schloss der CAC
40 mit einem Aufschlag von 0,42 Prozent auf 3.226,33
Punkte.
Schlechte Konjunkturnachrichten aus Europa hatten die anfangs
noch relativ freundliche Stimmung an vielen Börsen eingetrübt. In
Italien war der Einkaufsmanagerindex der Industrie bei 43,8 Punkten
deutlich hinter der Prognose von 47,1 Punkten geblieben, und in
Spanien enttäuschte dieser Konjunkturindikator mit nur 43,5 Punkten.
Auch die schwachen Arbeitsmarkt- und Industrie-Daten aus den USA vom
Nachmittag festigten vielerorts die Negativ-Tendenz im Handel. Die
offiziellen Arbeitsmarktdaten wird das US-Arbeitsministerium an
diesem Freitag veröffentlichen. Die ADP-Daten gelten als Indikator
hierfür. "Es sieht so aus, als könnte es ein wenig
Enttäuschungspotenzial geben", sagte ein Marktstratege.
Der europäische Bankensektor im Stoxx 600 knüpfte an
seine Vortagesverluste an und war mit minus 1,73 Prozent größter
Verlierer innerhalb der Branchenübersicht. Bei ihrem Treffen in
Brüssel streiten derzeit Europas Finanzminister über schärfere
Eigenkapitalregeln für die Bankenbranche. Im Eurostoxx gehörten
Unicredit , Intesa Sanpaolo sowie die BBVA und Banco Santander
mit Abschlägen zwischen mehr als drei und fünf
Prozent zu den Schlusslichtern.
Bereits Anfang der Woche waren die Kurse spanischer Banken unter
Druck geraten, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die
Kreditwürdigkeit von elf Geldinstituten des Eurolandes herabgestuft
hatte. Vor dem Hintergrund der Euro-Finanzkrise steigen auch an den
Anleihemärkten die Risikoaufschläge auf spanische und italienische
Anleihen im Vergleich zu deutschen Staatspapieren weiter.
Papiere der UBS hingegen legten nach guten
Unternehmenszahlen in Zürich um 3,71 Prozent auf 11,75 Schweizer
Franken zu und setzten sich damit klar an die Spitze des Stoxx
Europe 50 . Der Index beschreibt die Wertentwicklung der
50 größten europäischen Unternehmen. Das schweizerische Geldinstitut
hatte sich im Auftaktquartal von den Rückschlägen des vergangenen
Jahres erholt.
Zahlen präsentierte auch die erfolgsverwöhnte britische Großbank
Standard Chartered Die Erträge waren im hohen
einstelligen Prozentbereich gestiegen, der operative Gewinn im
niedrigen zweistelligen Bereich. Die Titel fielen allerdings mit dem
europäischen Branchentrend um knapp vier Prozent.
Ebenfalls in London stiegen die Aktien von British Sky
Broadcasting um 1,52 Prozent. Der britische
Bezahlsender bleibt ungeachtet des Abhörskandals um seinen
Großaktionär Rupert Murdoch in der Erfolgsspur.
Die Titel von Vestas Wind Systems sackten in
Kopenhagen im Handelsverlauf um gut zehn Prozent ab, zuletzt betrug
der Kursverlust noch 5,59 Prozent auf 48,15 Dänische Kronen. Beim
Hersteller von Windanlagen reißt die Serie der Hiobsbotschaften
nicht ab. Zum Jahresauftakt hatte erneut ein dickes Minus in den
Büchern gestanden. Der Verlust fiel dabei deutlich höher aus als von
Experten erwartet./tav/he
ISIN GB0001383545 FR0003500008 EU0009658145 EU0009658160
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