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Boeing weitet wegen Auftragsflut Produktion aus

SINGAPUR (Dow Jones)--Airbus-Erzrivale Boeing erhöht angesichts einer Flut von Bestellungen bei seiner Flugzeugproduktion die Taktzahl. Über künftige Abnehmer macht sich Boeing-Vizepräsident Randy Tinseth wenig Sorgen: Die Fluglinien würden ältere, wenig spritsparende Flieger durch neue ersetzen und weiteres Passagierwachstum anpeilen, sagte der Manager in einem Interview. "Das Passagiergeschäft - Herzstück unserer Fluglinienkunden - hat sich als sehr belastbar erwiesen."

Eine Schwachstelle macht Tinseth trotzdem aus: In Europa könnten die Fluglinien in der Verlustzone verharren. Aber außerhalb dieses Kontinents wachse das Geschäft, seien die Airlines profitabel und würden neue Modelle kaufen.

Bei den Passagierzahlen rechnet Tinseth 2012 mit einer Zunahme von 5 Prozent, nur ein Prozentpunkt weniger als im vergangenen Jahr. Dieser positive Ausblick kommt zu einer Zeit, in der die Weltwirtschaft sich schwächer als im langfristigen Durchschnitt entwickeln dürfte.

Neben den Erweiterungsinvestitionen der Fluglinien erwartet Tinseth ein anziehendes Geschäft dadurch, dass die Flugzeugflotte verjüngt wird. Spritsparende Modelle dürften sich gerade angesichts der hohen Kerosinpreise gut verkaufen. Der Boeing-Manager erwartet, dass rund 500 ältere Flugzeuge jedes Jahr ausrangiert werden.

Bei Boeing wachsen die Auftragseingänge schneller als die Zahl der ausgelieferten Modelle. Allein im ersten Quartal dieses Jahres kamen Bestellungen für 412 Jets dazu. Für das Gesamtjahr peilt Boeing die Auslieferung von 585 bis 600 Flugzeugen an. Trotz der rasant steigenden Orders hinkt Boeing dem europäischen Konkurrenten Airbus hinterher. Die EADS-Sparte sicherte sich vergangenes Jahr 1.608 neue Aufträge, während die US-Amerikaner auf 921 kamen.

Tinseth beobachtet aufmerksam die Konkurrenz von Neueinsteigern wie Bombardier Inc und Herstellern aus China in den Flugzeugmarkt. Hier habe der Kunde das letzte Wort. Er werde über Erfolg und Misserfolg der Hersteller entscheiden. Eines zeichne sich aber bereits jetzt ab: "Das Duopol von Boeing und Airbus ist vorbei. Die neuen Hersteller werden neue Gedanken, neue Ideen einbringen und den Wettbewerb intensivieren. Das ist gut für unsere Kunden und wird uns besser machen."

Boeing sieht beim Geschäft mit großen Fliegern noch viel Spielraum nach oben. Der Boeing 777, ein Großraumflugzeug mit 2 Gängen, könne noch öfter gebaut werden. Die Taktzahl soll von derzeit 7 Jets je Monat auf 8,3 je Monat im ersten Quartal 2013 zulegen. Auch der Riesenflieger 787, Dreamliner genannt, soll weitaus häufiger die Montagehallen verlassen. Die Produktion soll bis zum Jahresende von momentan 3,5 auf 5 je Monat gesteigert werden. Bereits ein Jahr später will Boeing den Ausstoß noch einmal auf 10 Flugzeuge dieses Typs je Monat verdoppeln.

Auch das Brot- und Buttergeschäft soll nicht vernachlässigt werden. Vom 737, einem Flugzeug mit einem Gang, das in Absatzzahlen gerechnet Boeings Verkaufsschlager ist, sollen bis zum zweiten Quartal des kommenden Jahres mit 38 Stück 3 mehr produziert werden als derzeit.

-Von Gaurav Raghuvanshi, Dow Jones Newswires; 
+49 (0)69 29725 130, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/axw/jhe 

(END) Dow Jones Newswires

May 07, 2012 04:15 ET (08:15 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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