Europas größter Reiseveranstalter Tui
Travel
Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März geriet Tui Travel trotz höherer Umsätze tiefer in die roten Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs der saisontypische Verlust unter dem Strich um vier Prozent auf 288 Millionen britische Pfund (357 Mio Euro). Der um Sondereffekte bereinigte operative Verlust stieg um drei Prozent auf 317 Millionen Pfund. Der Umsatz legte hingegen um fünf Prozent auf 5,45 Milliarden Pfund zu. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.
An der Börse wurden die Nachrichten mit Enttäuschung
aufgenommen. Nach einem kurzen Freudensprung zu Handelsbeginn
rutschten die Aktien von Tui Travel bis zur Mittagszeit um 0,53
Prozent auf 188,80 britische Pence. Die Papiere des Mutterkonzerns
Tui stürzten gar um 3,55 Prozent ins Minus auf 5,251 Euro - und
waren damit größter Verlierer im MDax
Auch in Deutschland zählte Tui Travel weniger Urlauber. Allerdings verkauft das Unternehmen verstärkt teurere, auf bestimmte Zielgruppen wie Familien, Senioren und Sportler abgestimmte Reisen und bietet Hotels an, die andere Veranstalter wegen Exklusivverträgen nicht im Programm haben dürfen. Daher kam hierzulande trotz rückläufiger Buchungszahlen mehr Umsatz heraus. Zudem baut Tui-Travel-Chef Long verstärkt auf den Vertrieb über das Internet. In Großbritannien schrumpfte der operative Verlust trotz der schwierigen Geschäftslage deutlich.
Für den Sommer zeichnet sich auch auf dem britischen Markt ein Umsatzplus ab. Die Deutschen buchten bis zuletzt drei Prozent mehr Reisen für die heiße Jahreszeit. Der Umsatz lag vier Prozent höher als ein Jahr zuvor. In Frankreich kommt das Geschäft hingegen nicht auf die Beine: Nach einem Buchungsrückgang um sieben Prozent im Winter haben bisher 16 Prozent weniger Franzosen einen Sommerurlaub über Tui Travel gebucht als vor einem Jahr./stw/mne/wiz
ISIN GB00B1Z7RQ77
AXC0154 2012-05-08/13:14
