-- TUI Travel und Hapag-Lloyd belasten
-- Lichtblicke sind Hotels und Kreuzfahrten
-- Prognose für Gesamtjahr 2011/12 bestätigt
(NEU: Vorstand, weitere Details, Markt) Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES
HANNOVER (Dow Jones)--Höhere Verluste bei Hapag-Lloyd und im Reisegeschäft haben die TUI AG im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Das Minus weitete sich in den saisontyisch schwachen drei Monaten um mehr als ein Viertel aus. TUI bekommt den scharfen Wettbewerb in der Container-Schifffahrt damit immer deutlicher zu spüren. An dem Ausblick für das Gesamtjahr hält der Konzern aber fest und setzt dabei auf die bevorstehende Hauptreisezeit und angekündigte Preiserhöhungen im Reedeereigeschäft.
Höhere Reisepreise ließen den Umsatz im Konzern von Januar bis März um knapp 7 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro klettern. Das operative Ergebnis rauschte indes vor allem wegen hoher Restrukturierungskosten in Frankreich um mehr als 60 Prozent auf minus 310 Millionen Euro. Bereinigt um diese Einmaleffekte verbesserte TUI das operative Ergebnis um etwas mehr als 12 Prozent.
Analysten hatten einen etwas geringeren Umsatz, dafür aber ein besseres operatives Ergebnis erwartet.
Die knapp 40 prozentige Beteiligung an der Containerreederei Hapag-Lloyd drückte TUI tiefer in die roten Zahlen. Das Hamburger Unternehmen ächzte unter extrem gestiegenen Schiffsdieselkosten und einem sehr intensiven Wettbewerb und belastete mit 50 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Verlust nur bei 13,5 Millionen Euro.
Auch die Touristiktochter TUI Travel hatte ein schlechtes Quartal. Sie hatte bereits vor einigen Tagen über eine schwache Reisenachfrage in Frankreich und in Skandinavien geklagt und bescherte dem Konzern mit minus 333 Millionen Euro einen um mehr als 50 Prozent höheren operativen Verlust als im Vorjahr.
So zehrten beide Beteiligungen die operativen Verbesserungen auf, die TUI mit der Hotelkette Riu und ihren Kreuzfahrtschiffen erreicht hat. Die Hotelsparte zeigte ein um mehr als 80 Prozent verbessertes operatives Ergebnis, die Kreuzfahrten erreichten ein Plus von knapp 70 Prozent.
Am Markt waren enttäuschte Stimmen zu hören. "Man hatte ja im Stillen auf eine Besserung bei Hapag-Lloyd gehofft, aber davon keine Spur", sagte ein Händler. Auch die meisten anderen Zahlen seien schlechter als erwartet ausgefallen.
Für TUI sind allerdings Verluste im ersten und zweiten Quartal der Geschäftsjahre zum 30. September keine Überraschung. Europas größter Reiseveranstalter verkauft im Zeitraum von Oktober bis Ende März typischerweise weniger Reisen als in der Haupturlaubszeit, überweist den Hotelpartnern aber bereits hohe Vorauszahlungen für die bevorstehende Saison, damit diese im Winter Modernisierungen finanzieren können.
Deswegen schätzt der Vorstand die weitere Entwicklung des Geschäftes auch unverändert positiv ein und bekräftigte seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Umsatz und operatives Ergebnis sollen moderat steigen und zu einem positiven Konzernergebnis führen.
Zu diesen Verbesserungen soll auch Hapag-Lloyd beitragen. Die Reederei hat wie viele ihrer Mitbewerber Preiserhöhungen angekündigt. Außerdem zieht sich TUI aus der Containerschifffahrt weiter zurück und verkauft in den nächsten Monaten weitere 17,4 Prozent und bleibt nur noch mit 22,1 Prozent an dem Hamburger Unternehmen engagiert.
Dies wird sich auch positiv auf die Nettoverschuldung auswirken. Sie verbesserte sich im zweien Quartal bereits um 700 Millionen Euro auf rund 2 Milliarden Euro. Auch hier steuerte die bereits schon erfolgte Reduzierung der Hapag-Lloyd-Beteilung den Löwenanteil bei.
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires; +49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/kla
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May 10, 2012 03:28 ET (07:28 GMT)
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