Die Container-Reederei Hapag-Lloyd hat
Europas größten Reisekonzern Tui
Auch deshalb schnitt der Touristikkonzern zwischen Januar und März besser ab als von Analysten erwartet. An der Börse sorgten die Ergebnisse dennoch für Kursverluste. Kurz nach Handelsbeginn gab die Tui-Aktie um 0,84 Prozent auf 5,105 Euro nach.
Für das Geschäftsjahr 2011/2012 (bis Ende September) zeigte sich
die Tui-Spitze um Vorstandschef Michael Frenzel weiterhin
optimistisch. Umsatz und operativer Gewinn sollen konzernweit
steigen. Auch das Konzernergebnis soll positiv ausfallen. Dabei
rechnet Tui auch den Gewinnanteil der Minderheitsaktionäre von Tui
Travel
Von Januar bis März verbuchte Tui einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro und damit fast sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der operative Verlust (EBITA) verringerte sich um zwölf Prozent auf 224 Millionen Euro. Dabei sind Steuern, Zinsen, Abschreibungen auf Unternehmenswerte und Sondereffekte wie der Frankreich-Umbau herausgerechnet. Bei den Franzosen galten vor allem Ägypten und Tunesien als beliebte Reiseziele. Die Revolutionswirren halten aber weiterhin viele Stammkunden von Reisen in diese Länder ab. Allerdings schreiben Reiseveranstalter im Winter meist rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie in der Hauptreisezeit im Sommer ein.
Unter dem Strich kamen Tui vor allem die Probleme von Hapag-Lloyd teuer zu stehen. Die Container-Reederei, an der der Reisekonzern noch mit knapp 40 Prozent beteiligt ist, hat mit hohen Treibstoffkosten und harter Konkurrenz zu kämpfen. Im abgelaufenen Quartal belastete die Beteiligung den Tui-Konzern mit 50 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 13 Millionen Euro gewesen. Laut Tui-Finanzchef Horst Baier kommt die Trennung von der Reederei voran: Im Juni soll die Beteiligung von Tui auf 22 Prozent sinken. Die Anteile übernimmt das Hamburger Konsortium Albert Ballin, das bereits die Mehrheit an der Reederei hält.
Zwischen Januar und März machte Hapag-Lloyd jedoch die Verbesserungen zunichte, die Tui bei seinen Hotels und in der Kreuzfahrtsparte erzielte. Beide Bereiche steigerten Umsatz und operativen Gewinn. So konnten die Hotelkette Riu und die Schiffe von Tui Cruises höhere Preise durchsetzen.
Tui Travel hofft nach einem schwächlenden Wintergeschäft derzeit auf wachsende Reiselust im Sommer. Nachdem sich Deutsche, Briten und Franzosen und in den kalten Jahreszeit mit Buchungen zurückhielten, verkaufen sich Reisen für den Sommer wieder besser, wie die Tui-Tochter bereits am Dienstag mitgeteilt hatte. Kunden in Deutschland und Skandinavien buchen inzwischen fleißiger als vor einem Jahr. Briten und Franzosen halten sich hingegen weiter zurück./stw/fn/stk
ISIN DE000TUAG000 GB00B1Z7RQ77
AXC0140 2012-05-10/10:01
