HAMBURG (Dow Jones)--Die steigenden Kosten für Schiffsdiesel haben der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd auch im Auftaktquartal 2012 schweres Kopfzerbrechen bereitet. Der Konzernverlust vervielfachte sich auf mehr als 132 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr lediglich 22 Millionen Euro negativ zu Buche schlugen. Damit sich dieser Trend in den kommenden Monaten nicht unverändert fortsetzt, hat der Vorstand bereits deutliche Preiserhöhungen angekündigt.
Diese sogenannten Frachtratensteigerungen wirken sich nach Mitteilung des Unternehmens aber erst vom zweiten Quartal an aus. Außerdem würden sie noch nicht ausreichen, um die Mehrbelastungen durch die höheren Treibstoff- und anderen energiebezogenen Transportkosten vollständig wettzumachen, hieß es.
Die Reederei, an der die TUI AG derzeit noch mit knapp 40 Prozent beteiligt ist, hatte bereits im abgelaufenen Jahr unter den hohen Schiffsdieselkosten gelitten. Aufgrund des hohen Wettbewerbs war es dem Unternehmen nicht gelungen, die Preissteigerungen für den Transport von Containern an die Kunden weiterzugeben.
Wesentlich besser sieht es bei der Reederei aber auf der Erlösseite im saisontypisch schwachem Erstquartal aus. Hapag-Lloyd steigerte den Umsatz um acht Prozent auf etwas mehr als 1,6 Milliarden Euro. Ursache hierfür war der Anstieg der beförderten Menge um elf Prozent. Die durchschnittliche Frachtrate lag aber nur bei 1.484 US-Dollar pro Standardcontainer und damit um rund fünf Prozent unter dem Vorjahreswert.
Der Treibstoffpreis entwickelte sich gegenläufig und erhöhte sich um mehr als 30 Prozent auf 667 US-Dollar pro Tonne.
Das erste Quartal ist in der Linienschifffahrt aufgrund einer saisonal bedingten geringeren Nachfrage nach Transportdienstleistungen, vor allem aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes mit mehrwöchigen Fabrikschließungen in China, das schwächste im Jahr.
Der Vorstand will trotz der widrigen Rahmenbedingungen 2012 ein positives operatives Ergebnis erreichen. Dieses Ziel stellt er allerdings unter den Vorbehalt weiterer Preiserhöhungen.
- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/jhe
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May 10, 2012 04:12 ET (08:12 GMT)
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