Beim Versandhändler Neckermann.de in Frankfurt wird weiter um die Zukunft von 1380 Jobs gerungen. Geschäftsleitung und der Finanzinvestor Sun Capital hätten das von Betriebsrat und Gewerkschaft vorgelegte Alternativkonzept abgelehnt, berichtete Verdi-Sekretär Wolfgang Thurner am Donnerstag in Frankfurt. Sie seien nach einer Sitzung am Mittwoch entschlossen, am vorgeschlagenen "Kahlschlagkonzept" festzuhalten.
Das Traditionsunternehmens hatte Ende April angekündigt, den Textilbereich aufgeben und künftig stärker auf die Internet-Wachstumsbereiche Technik und Möbel setzen zu wollen. Dem Umbau sollen 1380 von etwa 2500 Stellen zum Opfer fallen, das Zentrallager in Frankfurt soll zum Jahresende geschlossen werden.
Die Gewerkschaft hatte hingegen vorgeschlagen, die Eigentextilien beizubehalten und zudem die vorhandene Infrastruktur zu nutzen, um dem stationären Textilhandel Online-Dienstleistungen anzubieten. Das Management hatte zunächst erklärt, das noch nicht komplett ausgearbeitete Konzept zu prüfen. Es äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht. Der US-Investor Sun Capital hatte Neckermann aus dem untergegangenen Arcandor-Reich gekauft./ceb/DP/wiz
AXC0390 2012-05-10/17:40
