Von Madeleine Nissen und Hans Bielefeld
Trotz gesunkener Großschäden ist der Gewinn der Hannover Rück gefallen. Grund sind deutlich höhere Steuerabgaben. Der Nettogewinn sank im zweiten Quartal auf 144 Millionen Euro nach 166 Millionen Euro im Vorjahr. Damit verfehlt der MDAX-Konzern die Erwartungen der Analysten, die mit 157 Millionen Euro gerechnet hatten.
Die Zahlungen an den Fiskus legten in den drei Monaten um rund 28 Millionen auf 32,4 Millionen Euro zu. Im vergangenen Jahr waren die Abgaben wegen verschiedener Einmaleffekte noch auf einem sehr niedrigen Niveau.
Positiv machten sich dagegen die gesunkenen Schadensansprüche bemerkbar. Im vergangenen Jahr waren die Belastungen noch sehr hoch, da es ungewöhnlich viele Naturkatastrophen gegeben hatte. In diesem Jahr dagegen belasteten die Schadensansprüche deutlich weniger.
Die Schaden-Kosten-Quote konnte die Hannover Rück auf 96,8 Prozent drücken (Vorjahr 97,7 Prozent). Damit liegt der Rückversicherer auf dem Niveau des Branchenführers Munich Re, der eine Quote von 96,9 Prozent ausgewiesen hatte. Die weltweite Nummer zwei, Swiss Re, erzielte sogar einen Wert von 85,7 Prozent. Ein Wert unter 100 bedeutet, dass der Konzern im Versicherungsgeschäft profitabel arbeitet.
Für das Gesamtjahr ist der Rückversicherer aus Hannover unverändert optimistisch. Beim Bruttoprämienvolumen peilt der Konzern nach wie vor währungsbereinigt ein Plus von 6 bis 7 Prozent an. Die Ausschüttungsquote sieht Hannover Rück weiter bei 35 bis 40 Prozent.
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August 10, 2012 01:53 ET (05:53 GMT)
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