Infineon
So jemand, sagte ein Insider am Tage nach der plötzlichen Rücktrittsankündigung Bauers vom Sonntag, sei kaum zu ersetzen. Bauers Nachfolger, der bisherige Technikvorstand Reinhard Ploss, übernimmt im Oktober das Ruder. Damit schrumpft der Vorstand um einen Posten. Manche Aufgaben würden dann von der Leitungsebene unterhalb des Vorstands Gremiums wahrgenommen, sagte ein Sprecher am Montag in München.
Bauer hatte am Sonntag aus gesundheitlichen Gründen das Ende seiner Laufbahn bei Infineon angekündigt. Ungewöhnlich offen teilte der Konzern die tragische Krankheitsgeschichte des Managers mit, der als leidenschaftlicher Motorradfahrer und Bergsteiger als sehr sportlich und agil bekannt ist.
Bauer leidet unter der Knochenschwund-Krankheit Osteoporose. "Meinen Anspruch, Infineon als Vorsitzender des Vorstandes mit uneingeschränktem Einsatz jederzeit zu leiten und in die Zukunft zu führen, kann ich auf Dauer nicht mit meiner Krankheit vereinbaren", erklärte Bauer in der Mitteilung.
Der Schritt sei ihm schwer gefallen, schreibt Bauer. Und das
dürfte untertrieben sein. Bauer ist ein ausgewiesener Fachmann in
der Halbleitertechnik. Von Anfang an hatte er das Unternehmen
begleitet, das 1999 durch die Ausgründung des
Siemens-Halbleiterbereichs
Bauer wurde 2008 Chef. Unter seiner Führung schaffte Infineon den Weg aus der Krise, zu deren Tiefpunkten die Pleite der Speicherchiptochter Qimonda 2009 gehörte - beinahe riss deren Ende den gesamten Konzern mit in die Tiefe. 2010 machte zudem ein Machtkampf an der Spitze des Aufsichtsrats dem Chiphersteller schwer zu schaffen.
Doch Bauer hielt durch. Der Elektrotechniker verordnete dem
Dax-Konzern
Ploss übernimmt ein Unternehmen, das viel stabiler ist, als es vor wenigen Jahren absehbar war. Der Konzern ist unabhängiger von Schwankungen auf den wechselhaften Halbleitermärkten./sbr/DP/edh
ISIN DE0008469008 DE0007236101 DE0006231004
AXC0233 2012-05-14/17:42
