Die Hiobsbotschaften aus der BayernLB nehmen kein Ende. Im ersten Quartal brach der Gewinn der Bank durch wachsende Verluste in Ungarn und andere Belastungen um fast 64 Prozent auf 54 Millionen Euro vor Steuern ein. Weitere Millionenlasten entstehen der Bank im laufenden Quartal durch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts zu Pensionszahlungen an Mitarbeiter. Auch im Gesamtjahr überschatten diese Probleme Fortschritte im Kerngeschäft. "Der Umbau wird noch ein Stück weit andauern", sagte Finanzvorstand Stephan Winkelmeier am Mittwoch in München. Eine Prognose für 2012 wagte er nicht.
Kalt erwischt hat die BayernLB das Urteil des Bundesarbeitsgerichts am Dienstag: Die Erfurter Richter erklärten die Pensionskürzungen bei der BayernLB für unwirksam, gegen die mehrere Angestellte geklagt hatten. "Die Entscheidung hat uns deutlich überrascht", räumte Winkelmeier ein. Die Landesbank hatte bislang keine Vorsorge dafür getroffen und muss nun als Konsequenz aus dem Urteil einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe zur Seite legen. Die SPD in Bayern sprach von einem neuen "Nackenschlag" für die BayernLB.
Tiefe Löcher reißen auch Neubewertungen von Fremdwährungsgeschäften in die Bilanz: Im ersten Quartal führten sie zu einer Belastung von 146 Millionen Euro. Auch ihre eigenen Verbindlichkeiten musste die Bank neu bewerten, was das Ergebnis um 56 Millionen Euro drückte.
Größtes Sorgenkind der BayernLB bleibt die ungarische Banktochter MKB, die ihren Verlust im ersten Quartal um 11 Millionen auf 44 Millionen Euro ausweitete. Durch geänderte Gesetzesvorschriften in dem Land musste die Bank den Wert ihrer Tochter MKB im vergangenen Jahr schon um mehr als eine halbe Milliarde Euro nach unten schrauben. Ein Verkauf der Bank gilt im derzeitigen Umfeld als kaum möglich, die BayernLB will die Tochter aber durch Filialschließungen und Stellenabbau zumindest verkleinern. Ziel sei es, die Kosten bei der MKB um 15 Prozent zu senken, sagte Winkelmeier.
Zumindest im klassischen Kreditgeschäft mit Kunden in Deutschland kommt die BayernLB nach eigener Einschätzung aber gut voran und rechnet im Gesamtjahr in diesen Kerngeschäftsfeldern mit einem Gewinn vor Steuern. "Bodenständig, ehrlich und langweilig" - dieses Image strebt die BayernLB an und nimmt dafür nach Worten von Winkelmeier auch geringere Gewinnspannen in Kauf. "Die Langeweile hat ein Stück weit ihren Preis." Punkten will die BayernLB vor allem als Kreditgeber für Projekte der Energiewende.
Belastet wird die Bank weiterhin durch die immer noch andauernde Prüfung durch die EU-Kommission. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte vor kurzem gesagt, die Prüfung sei zwar fast abgeschlossen, es gebe aber noch "weitere Elemente" und er könne keinen Termin für eine Entscheidung nennen. Der Freistaat hatte die Landesbank Ende 2008 mit zehn Milliarden Euro vor der Pleite gerettet. Die EU-Kommission prüft, ob der BayernLB dadurch Wettbewerbsvorteile entstanden sind./dwi/DP/edh
AXC0171 2012-05-16/12:56
