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Ein Fass ohne Boden mit Namen Griechenland - mit einem Rechenbeispiel von Karlheinz Kron
Stellen Sie sich mal vor, Sie sitzen am Stammtisch und die Rede kommt auf Griechenland. Ich halte jede Wette, 90 % der Aussagen werden wie folgt lauten: "Dann lass sie eben pleitegehen". Ich gebe zu, auch mir schießt immer wieder der Gedanke durch den Kopf, dass es so nicht gehen kann. Die Griechen haben nämlich offensichtlich beschlossen, auf anderer Leute Kosten zu leben! Anders kann man es beim besten Willen nicht formulieren, wenn jemand sagt; "Ich will von euch Geld haben, aber ich denke gar nicht dran zu sparen und noch weniger denke ich dran, euch dieses Geld zurückzuzahlen!" Genau diesen Weg scheint Griechenland aber einzuschlagen. Andererseits habe ich den Eindruck, dass die meisten Griechen überhaupt nicht begreifen, was sie da tun. Wenn man dann auch noch Politiker hat, die diesen Kurs befördern, darf man sich nicht wundern. Die Frage ist allerdings, was wird teurer? Wenn die Griechen aus dem Euro aussteigen oder wenn wir sie weiter durchfüttern. Wenn man dazu zwei Fachleute fragt, hat man das Phänomen, das man sonst bei Juristen hat. Es gibt mindestens drei Meinungen dazu. Klar ist, es wird viele Milliarden kosten, wenn Griechenland Pleite geht, es wird ebenfalls viele Milliarden kosten, wenn wir versuchen es zu verhindern. Wir müssen uns also eigentlich nur entscheiden zwischen einem Ende mit Schrecken oder einem Schrecken ohne Ende. Ehrlich gesagt, ich weiß auch nicht was richtig ist. Also gebe ich den schwarzen Peter mal an unseren Börsenexperten Karlheinz Kron weiter, der kann zumindest erzählen, was sich dazu an den Börsen tut.
"Die Verunsicherung der Märkte kann man an einem schönen Beispiel festmachen. Eine 2%ige Anleihe mit einer Laufzeit bis 2023, die nach dem Schuldenschnitt ausgegeben wurde, notierte vor zwei Monaten noch bei rund 30% ihres Nennwertes, heute steht sie bei rund 15%. Diese Anleihe hat sich also halbiert. Die Anleger gehen auch nicht von einer Rückzahlung aus; sonst wäre der Kurs deutlich höher. Dass Angela Merkel die Griechen in der Eurozone halten will ist klar, sonst würden, aus den Bürgschaften der Bundesregierung, plötzlich Zahlungsverpflichtungen von 60 - 80 MRD €. Ob eine Expertenregierung, wie sie Staatspräsident Papoulias vorschlägt, der Königsweg aus dem Dilemma ist, werden erst die nächsten Wochen bzw. Monate oder vielleicht sogar Jahre zeigen."
Man darf also weiter gespannt sein. Nicht auf weiße Rosen, sondern auf neue Ideen aus Athen.
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