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MÜNCHEN (dpa-AFX) - BMW
Denn wie andere Autobauer bekommen auch die Münchner die Folgen der Schuldenkrise vor allem in Südeuropa zu spüren. "Verunsicherte Konsumenten kaufen weniger Autos", sagte der Konzernchef. Das merken derzeit vor allem die Massenhersteller. Die Zulassungszahlen in Europa blieben im April bereits den siebten Monat in Folge im Sinkflug, wie der europäische Branchenverband ACEA am Mittwoch mitteilte. Die Verkäufe schrumpften um fast 7 Prozent. Heftig trifft es vor allem Italien (-18,0) und Spanien (-21,7).
Dort und in Griechenland schmerzt die Misere aber auch die
erfolgsverwöhnten Nobelmarken wie BMW, Audi
Vor den Aktionären zog Reithofer noch einmal eine Bilanz des Rekordjahres 2011 und bekräftigte das Ziel, auch in diesem Jahr neue Bestmarken zu erreichen. Nach einem starken ersten Quartal ist der Branchenprimus auf dem besten Weg, das zu schaffen und Audi und Daimler weiter auf Abstand zu halten. Der Plan könne aber nur aufgehen, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht verschlechtern. "Die hohe Staatsverschuldung in einigen Ländern und die Euro-Krise bergen nach wie vor Risiken für die globale Konjunktur", sagte Reithofer.
Er bleibt aber dennoch zuversichtlich, auch was die langfristigen Perspektiven angeht. In China eröffnet BMW kommende Woche ein weiteres Werk und stockt die Kapazitäten im Reich der Mitte deutlich auf. BMW produziert inzwischen in 14 Ländern. Jobs aus Deutschland würden aber nicht verlagert, auch wenn die Produktion im Ausland wichtiger werde. "Wir sind auch deshalb in der Welt erfolgreich, weil wir hier in Deutschland, in Bayern und in München fest verwurzelt sind." Mit acht Standorten bleibe Deutschland das Rückgrat von BMW.
Reithofer verteidigte erneut den Einsatz von Leiharbeitern. Sie seien ein wichtiger Baustein für die Flexibilität für BMW. Das gelte für gute und schlechtere Zeiten. Angaben über die genaue Zahl der Leiharbeiter verweigerte Reithofer mit Hinweis auf die starken Schwankungen. Die IG Metall wirft BMW seit langem vor, Spitzenreiter beim Einsatz von Leiharbeitern zu sein. Nach Angaben der Gewerkschaft setzte BMW 2011 mehr als 11.000 Zeitarbeitskräfte in Deutschland ein.
Die BMW-Aktionäre hatten angesichts der glänzenden Zahlen nur wenig zu kritisieren, auch wenn manche Anleger sich vor der Hauptversammlung eine höhere Dividende gewünscht haben. BMW will für 2011 eine Dividende von 2,30 Euro je Stammaktie zahlen, so viel wie nie. Vor allem für die Großaktionäre Johanna Quandt, Stefan Quandt und Susanne Klatten bedeutet die Ausschüttung einen warmen Geldregen. Die Familie bekommt für ihre Anteile von zusammen 46,7 Prozent der Stammaktien insgesamt knapp 647 Millionen Euro ausgezahlt./sbr/DP/edh
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AXC0207 2012-05-16/14:09
