Von Eyk Henning DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Die wieder aufflackernde Staatsschuldenkrise erschwert dem Automobilzulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall offenbar die Börsenpläne für seine Autosparte. Die Roadshow für Investoren werde wegen der erneuten Verunsicherung der Märkte verschoben, sagte eine mit der Sache vertraute Person. An dem Zeitplan halte Rheinmetall aber noch fest, die mit rund 1 Milliarde Euro bewertete Kolbenschmidt Pierburg AG (KSPG) soll bis Mitte Juli den Gang aufs Parkett wagen. Die endgültige Entscheidung für den IPO muss der Konzern somit bis Ende Juni fällen.
"Wegen der aktuellen Unsicherheit an den europäischen Kapitalmärkten werden wir die gesamte verfügbare Flexibilität nutzen, um das KSPG-IPO vor der Sommerpause über die Bühne zu bringen", sagte ein Rheinmetall-Sprecher auf Anfrage von Dow Jones Newswires.
Der MDAX-Konzern hatte zuvor im Mai den Börsengang der Autosparte für das erste Halbjahr in Aussicht gestellt. Es ist die erste Ankündigung einer Aktienemission eines deutschen Unternehmens in diesem Jahr. Auf eine solche Ankündigung folgt in der Regel eine etwa zweiwöchige Roadshow, um das Interesse institutioneller Investoren auszuloten und eine Preisspanne für die Aktien zu bestimmen. Rheinmetall habe sich nun aber entschlossen, die Treffen mit den Investoren zunächst auszusetzen, weil die Rückkehr der Schuldenkrise zu einer höheren Volatilität der Aktienmärkte geführt habe, sagte die Person.
Der Volatilitätsindex für den Leitindex DAX, VDAX NEW - auch bekannt als Angst-Index - steht derzeit bei 30 Punkten, das weist auf die erwartete Volatilität hin. In Indexwert zwischen 15 und 20 wird als optimal für Börsengänge angesehen, ab einem Volatilitätsindex über 25 sollte man die Hände davon lassen.
Die Rheinmetall AG könnte in einem ersten Schritt bis knapp die Hälfte von Kolbenschmidt Pierburg an die Börse bringen, was einem Volumen von bis zu 550 Millionen Euro entspräche, wie Dow Jones Newswires bereits aus Kreisen berichtete. Das ganze Unternehmen wird dadurch mit über einer Milliarde Euro bewertet.
Der in Düsseldorf ansässige Konzern will sich von eigenen Anteilen trennen, neue Aktien werden bei der geplanten Emission also nicht ausgegeben.
-Von Eyk Henning, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 110, unternehmen.de@dowjones.com DJG/sha/mgo
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May 17, 2012 08:41 ET (12:41 GMT)
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