Hamburg (BoerseGo.de) - Einem Zeitungsbericht zufolge erwägt der Baumarktbetreiber Praktiker, die Kernmarke zu verramschen und alles auf die Karte Max Bahr zu setzen. Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD - Freitagausgabe) nach, will der Konzern die überwiegende Zahl der gut laufenden Praktiker-Filialen der Schwestermarke Max Bahr zuschustern und umbenennen. "Der Anteil der Märkte, die umbenannt werden, könnte in der Größenordnung von 50 Prozent liegen", sagte eine mit der Sache vertraute Person gegenüber der FTD.
Für die bisherige Kernmarke Praktiker wäre das ein doppelter Schlag ins Kontor: Erstens müsste Praktiker die ohnehin schon schlecht laufenden Geschäfte der verlustbringenden Filialen ohne nennenswerte Investitionen weiterbetreiben und zweitens schlüge der Wegfall der profitablen Märkte zu Buche. Die für die Abwicklung der unrentablen Filialen vorgesehenen 150 Millionen Euro würden nun zum größten Teil ebenfalls wegfallen. Die Marke Praktiker würde weiterhin als Discounter ausgerichtet sein.
Auf dieses Konzept habe man sich mit dem Finanzinvestor Anchorage geeinigt, berichtet die FTD weiter. Dessen Kredite würden künftig hauptsächlich in das Max-Bahr-Geschäft fließen. Auch der größte Praktiker-Aktionär, die österreichische Bank Semper Constantia und ihr zypriotischer Maseltov-Fonds hätten sich von dem neuen Konzept überzeugen lassen.
Vergangenen Sonntag hatte Thomas Fox, bis dato Firmenchef und Sanierungsmanager bei Praktiker, das Unternehmen verlassen und wurde durch Aufsichtsrat Kay Hafner ersetzt. Somit war der Weg offenbar frei für den Strategiewechsel.
